Die Würzburger Kickers haben schmerzhaft den nächsten Coup in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Nach langer Führung durch den starken Valdet Rama (34. Minute) glich Christoffer Nyman (90.+2 Minute) kurz vor dem Schlusspfiff beim 1:1 (1:0) gegen Herbstmeister Eintracht Braunschweig noch aus. "Wir waren nicht clever genug. Da sieht man, dass wir noch viel arbeiten müssen", sagte Trainer Bernd Hollerbach nach dem Remis am Samstag vor 10.152 Zuschauern.

Sechs Wochen nach dem beeindruckenden 3:0 gegen den Aufstiegskandidaten Stuttgart überzeugten die Unterfranken in einer zweikampfbetonten Partie. Das Team von Trainer Bernd Hollerbach unterstrich seine hohe taktische Qualität und agierte zudem vorne effektiv - in der Schlussphase wurde dann fehlende Erfahrung sichtbar. "Wir müssen das cleverer über die Bühne bringen. Daraus müssen wir lernen", sagte Rama.


Bei zwei Siegen und fünf Remis sind die Würzburger nun schon sieben Spiele nacheinander unbesiegt. "Wir brauchen 40 Punkte, nicht mehr oder weniger", sagte Hollerbach. "Das ist ärgerlich für die Mannschaft, weil sie Herz gezeigt hat. Aber für uns geht es um den Klassenverbleib."

Nachdem Rama mit einer Einzelleistung und einem Distanzschuss in der 18. Minute noch gescheitert war, ließ er sich bei einer ähnlichen Szene rund eine Viertelstunde später nicht mehr stoppen. Von links zog der Mittelfeldakteur in die Mitte und schloss aus 18 Metern ab. Eintracht-Keeper Jasmin Fejzic kam zwar noch an den Ball, verhindern konnte er den Rückstand aber nicht mehr.

Gegen die wieder einmal stabile Kickers-Defensive konnten die Braunschweiger offensiv nicht wie gewohnt auftrumpfen. Joseph Baffo hätte die Partie in eine andere Bahn lenken können, aber der Defensivspieler war selbst überrascht, dass er nach einer Aktion von Domi Kumbela wenige Meter vor dem Tor noch zufällig an den Ball kam.

Nach dem Seitenwechsel hätten sich die Würzburger einen Elfmeter gewünscht, als Rama nach einem Körperkontakt mit Baffo zu Fall kam. Doch Schiedsrichter Daniel Schlager, der aus kurzer Distanz freie Sicht auf die Szene hatte, fand die Szene nicht strafstoßwürdig.

Braunschweig bekam zwar mehr Zugriff auf das Spiel, und belohnte sich auch ein stückweit glücklich. Onel Hernandez wurde kurz vor dem Schlusspfiff noch von Kickers-Keeper Robert Wulnikowski gestoppt, die folgende Ecke aber brachte den Ausgleich. Danach wollte die Eintracht noch mehr, aber es blieb beim Remis. "Der Punkt war schwer erkämpft", sagte Trainer Torsten Lieberknecht, der den Auftritt seines Teams stark kritisierte. "Ganz einfach zur Tagesordnung übergehen werden wir in dieser Woche sicher nicht."