Ein Busfahrer hatte am 23. November direkt an einer scharfen Rechtskurve in Leinach (Landkreis Würzburg) einen Schlag vernommen und war zunächst von einem Reifenplatzer ausgegangen. Als er dann das Fahrzeug genauer in Augenschein nahm, stellte er fest, dass die Scheibe direkt hinter dem Fahrersitz gesplittert war. Im oberen Bereich war deutlich ein kleines Einschussloch zu erkennen. Die Polizei wurde dann zwei Tage später informiert. Die weiteren Ermittlungen hatte daraufhin die Polizeiinspektion Würzburg-Land übernommen.

Übungshandgranate gefunden

In der Folge waren zunächst zwei Männer in das Visier der Fahnder geraten, bei denen auch Wohnungsdurchsuchungen durchgeführt wurden. Dabei fanden die Beamten bei einem der Männer unter anderem eine Übungshandgranate, die aber von einer echten nicht zu unterscheiden war. Aus diesem Grund wurden Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes angefordert, die dann aber Entwarnung geben konnten. Auch in der Wohnung des zweiten Mannes wurden eine Softairwaffe, ein verbotenes Messer sowie einige Gramm Marihuana aufgefunden. Gegen die beiden Beschuldigten wurden deshalb Ermittlungsverfahren eingeleitet. Allerdings schieden beide als Tatverdächtige in Sachen Schussabgabe auf den Bus aus.

Vor ein paar Tagen kam von einer der beiden Personen dann der entscheidende Tipp. Der Mann wurde nämlich Mitte der vergangenen Woche in Leinach auf einen Unbekannten aufmerksam, der spät abends zu Fuß im Ort mit einer Softairwaffe unterwegs war.

Von dieser Person lag allerdings zunächst nur eine Beschreibung vor. Im Rahmen der sehr intensiven Ermittlungen kam man schließlich dem 19-Jährigen aus dem Landkreis Würzburg auf die Spur. Als sich der Tatverdacht konkretisiert hatte, erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft Würzburg ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss, mit dem Beamte der Polizeiinspektion Würzburg-Land am Mittwoch bei dem Beschuldigten auftauchten. Auf entsprechenden Vorhalt gab der Heranwachsende sofort zu, auf den Linienbus geschossen zu haben. Er übergab die entsprechende Luftpistole samt Munition, die sichergestellt wurde. Der 19-Jährige erklärte, den Bus nur versehentlich getroffen zu haben.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen kam der Beschuldigte wieder auf freien Fuß. Gegen ihn läuft jetzt ein Ermittlungsverfahren u.a. wegen Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und eines Verstoßes nach dem Waffengesetz.