Am Samstag gegen 10 Uhr ging bei der Einsatzzentrale in Fulda die Meldung ein, dass sich etwa 100 Fußballfans auf der Rastanlage Uttrichshausen eine handfeste Auseinandersetzung liefern. Auch soll mit Schlagstöcken aufeinander losgegangen worden sein.

Zunächst war davon ausgegangen worden, dass beide gemeldeten Reisebusse mit Fans aus Bremen besetzt sind, was zu einem späteren Zeitpunkt widerlegt wurde.

Ein Bus war mit zirka 50 Fans aus Bremen und der andere mit knapp 50 Fans des VFL Wolfsburg besetzt, welche sich auf dem Weg zum DFB-Pokalspiel bei den Stuttgarter Kickers befanden.

Die beiden Busse wurden von Kräften der Bereitschaftspolizei auf der A7 aufgenommen und einer Kontrolle zugeführt.

Nach zahlreichen Vernehmungen, insbesondere der beiden unbeteiligten Busfahrer, konnte in Erfahrung gebracht werden, dass die Anhänger des VFL Wolfsburg zunächst den Bus aus Bremen aufsuchten und die Insassen von außerhalb provozierten.

Nachdem die Werder-Fans ausgestiegen waren, kam es in der Folge zu einer wüsten Schlägerei, bei der auch diverses Schlagwerkzeug eingesetzt wurde. Nach wenigen Minuten kehrten die Kontrahenten zu ihren Bussen zurück und die Fahrt wurde jeweils fortgesetzt. Bei der Auseinandersetzung wurde der Pkw eines Unbeteiligten beschädigt. Er klagte über einen Sachschaden in Höhe von geschätzten 2000 Euro.

Insgesamt wurden die Personalien von 115 Personen erhoben. Weiterhin wurden zwei Männer festgestellt, die sichtbare leichte Gesichtsverletzungen aufwiesen. Weitere Verletzungen wurden von beteiligten Personen nicht geltend machen.

Bei der Durchsuchung der Anhänger aus Bremen wurden unter anderem sieben Sturmhauben, zwei Quarzhandschuhe, zwei Teleskopschlagstöcke, ein Pfefferspray, ein Bengalo und ein Rauchtopf fest- und sichergestellt.

Im Verlauf der Kontrolle wurde ein Polizeibeamter mit nicht zitierfähigen Worten beleidigt. Den Ehrverletzenden erwartet nun ein Strafverfahren wegen Beleidigung. Die weitergehenden Ermittlungen im Zusammenhang mit der Schlägerei werden nun eng mit der örtlich zuständigen Polizeidienststelle des Polizeipräsidiums Fulda abgestimmt.

Bengalos im Gästeblock

Im Bereich des Gästeparkplatzes wurde gegen 14.15 Uhr von einem Anhänger ein pyrotechnischer Gegenstand abgebrannt. In diesem Zusammenhang konnte wenige Minuten später eine Person festgenommen werden, gegen die ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung eingeleitet wird. Durch das Abbrennen wurden keine Personen verletzt.

Weiterhin brannten Anhänger des SV Werden Bremen kurz vor dem Anpfiff mindestens zehn Rauchfackeln im Bereich des Gästeblockes ab. Dabei wurden nach derzeitigem Kenntnisstand keine Personen verletzt.

Nacht auf Samstag verläuft in Würzburg friedlich

Nachdem bekannt geworden war, dass mehrere Fans aus Bremen bereits am Vortag des Spieles nach Würzburg reisen werden und ein ortsansässiger Fanclub zu einem Treffen eingeladen hatte, wurde auch der polizeiliche Einsatz ein Stück weit nach vorne verlagert, berichtet die Polizei weiterhin.

Vor einer Lokalität in der Bahnhofstraße in Würzburg konnten tatsächlich etwa zehn Sympathisanten
des Gastvereines ausgemacht werden. Diese verhielten sich allerdings absolut friedlich, weshalb ein polizeiliches Einschreiten nicht von Nöten war. Die Mannschaft sowie deren Trainer- und Betreuerstab reisten mit der Deutschen Bahn nach Würzburg und wurde anschließend mit dem bereitstehenden Mannschaftsbus
zu einem Würzburger Hotel gebracht. Sowohl die Ankunft als auch der Transport verlief ohne Vorkommnisse.

Auf Grund der sommerlichen Temperaturen und der nicht ausreichenden Parkkapazitäten
am Dallenberg werden Stadionbesucher nochmals darauf hingewiesen, sich rechtzeitig und mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg zu machen.