Das Bistum Würzburg hat entsetzt auf die am Montag entdeckten Schmierereien in der "Kiliansgruft" des Neumünsters reagiert. Für die Katholiken stellten die Schmierereien am Grab der drei Bistumspatrone Kilian, Kolonat und Totnan sowie an der Statue des seliggesprochenen Märthyrerpriesters Georg Häfner, der 1942 im KZ Dachau ums Leben kam, eine "massive Verletzung ihrer religiösen Gefühle dar", teilte das Bistum mit. Die Schmierereien bezögen sich auf den Umgang der Kirche mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs und beschimpften auf unsägliche Weise den 2014 verstorbenen Generalvikar Karl Hillenbrand.

Der oder die Täter sind bislang unbekannt. Wie das Polizeipräsidium Unterfranken bereits am Montag in Würzburg mitgeteilt hat, entstand durch die Schmierereien ein Schaden von mehreren Tausend Euro.
Nach den bisherigen Erkenntnissen hat sich die Tat am Sonntag zwischen 12 und 22.30 Uhr ereignet, an der Ostwand der Gruft sei dabei auf zwei mal sechs Metern das beleidigende Graffiti angebracht worden. Die Diözese prüfe nun, wie "diese zentrale Verehrungsstätte weiterhin öffentlich zugänglich bleiben kann". Die Polizei bittet unterdessen die Bevölkerung um Hinweise auf mögliche Täter.