Mit einer Menschenkette haben eine Woche nach der tödlichen Messerattacke in Würzburg Hunderte Menschen in der Innenstadt der Opfer gedacht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer reihten sich nahe dem Tatort von der Juliuspromenade bis zum Rathaus aneinander, wie die Polizei am Freitag (02. Juli 2021) mitteilte.

Darunter war auch Würzburgs Bischof Franz Jung. Um 17.00 Uhr, der ungefähren Tatzeit, läutete die Glocke des Kiliansdoms als Aufruf zum Gebet. Menschen hielten Blumen in den Händen und Schilder mit den Aufschriften "Würzburg trauert" und "Würzburg hält zusammen" - auch auf Englisch, Arabisch und in anderen Sprachen.

An die Opfer gedenken: Menschen bilden Kette in Würzburg

Man wolle auch Solidarität mit den Menschen zeigen, die nun Vorverurteilungen und Hetze ausgesetzt seien, sowie Respekt für die couragierten Helfer, Rettungskräfte und Seelsorger, hieß es im Vorfeld vom Würzburger Bündnis für Demokratie und Zivilcourage, das die Trauerveranstaltung mitorganisierte. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken auf Nachfrage von inFranken.de erklärt, war die Veranstaltung gegen 17.45 Uhr beendet. Etwa 600 Menschen haben teilgenommen.

Vergangenen Freitag hatte ein 24-jähriger Somalier in einem Kaufhaus drei Frauen erstochen und sieben Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt. Das Motiv ist weiterhin unklar. Der 24-Jährige hatte sich zuvor wiederholt psychisch auffällig gezeigt. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gibt es auch Hinweise auf ein mögliches islamistisches Motiv.