Frühe und letzte Werke, eine zehn Jahre alte Geigerin und ein 90-jähriger Dirigent: Das Würzburger Mozartfest widmet sich im kommenden Jahr der künstlerischen und menschlichen Reife. "Mozart 36 - Was ist Reife?" fragen die Organisatoren in Anlehnung an den weltberühmten Komponisten, der schon kurz vor seinem 36. Geburtstag starb und dennoch ein umfangreiches Lebenswerk hinterließ. "Er war ein Wunderkind, eine Hochbegabung, und steht für frühe Reife und Vollendung", sagte Intendantin Evelyn Meining bei der Vorstellung des Programms am Donnerstag in Würzburg.

Vom 2. Juni bis 2. Juli werden Künstler deshalb vor allem Früh- und Spätwerke verschiedener Komponisten, darunter neben Mozart auch Mendelssohn, Schubert oder Chopin, aufführen. Dabei soll es auch darum gehen, welche Zusammenhänge es zwischen Alter oder Begabung eines Menschen und seiner Reife gebe und ob künstlerische Reife zwingend mit menschlicher einhergehe, sagte Meining. Auftreten werden unter anderem die erst zehn Jahre alte britische Geigerin Leia Zhu und der weltbekannte, bald 90 Jahre alte Dirigent Herbert Blomstedt.

"Artiste étoile" und damit prägende Künstlerpersönlichkeit des Festivals ist zum ersten Mal eine Frau: die in Feuchtwangen geborene Sopranistin Christiane Karg. Die Sängerin steht zurzeit in Chicago auf der Bühne und hat im Sommer zum zweiten Mal den Echo Klassik erhalten.

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Das Würzburger Mozartfest existiert seit 1921. Heute ist es mit jährlich mehr als 20 000 Besuchern und über 60 Konzerten eine der bedeutendsten Kulturveranstaltungen in Unterfranken. 2017 spielen die Künstler an 22 verschiedenen, meist historischen Orten der "schönen prächtigen Stadt", wie Mozart Würzburg im Jahr 1790 genannt hat: In Kaisersaal und Hofgarten der Residenz, im Kiliansdom, dem Käppele und in verschiedenen Weinkellern.