Mit Wucht und getrieben von Hass soll ein Mann in Würzburg vor gut einem Jahr auf wehrlose Unschuldige eingestochen haben. Nach der Beweisaufnahme stehen nun die Plädoyers an. Noch diese Woche könnte ein Urteil fallen.

Update vom 25.07.2022, 10.00 Uhr: Urteil am Donnerstag erwartet

Die Generalstaatsanwaltschaft München soll an diesem Montag (25. Juli 2022) um 10.00 Uhr dem Landgericht erklären, welche Strafe sie sich für den Messerstecher von Würzburg vorstellt. Danach könnten die Plädoyers der Nebenklagevertreter folgen, am Dienstag (26. Juli 2022) ist dann die Verteidigung an der Reihe. Ein Urteil wäre am Donnerstag (28. Juli 2022)  möglich.

Seit April muss sich ein psychisch kranker Flüchtling aus Somalia in einem Sicherungsverfahren vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Es gilt als erwiesen, dass er am 25. Juni 2021 in der Innenstadt drei ihm unbekannte Frauen mit einem Messer tötete. Zudem gab es vier schwer verletzte Frauen. Ein damals 11-jähriges Mädchen und ein 16-Jähriger wurden ebenfalls schwer verletzt. Hinzu kamen drei Leichtverletzte.

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten unter anderem Mord in drei Fällen, versuchten Mord in elf Fällen und gefährliche Körperverletzung vor. Der Antragsschrift zufolge will die Behörde den Mann dauerhaft in einer Psychiatrie unterbringen, weil er allgemeingefährlich sein soll.

"Es besteht kein Zweifel, dass der Beschuldigte an einer paranoiden Schizophrenie leidet", hatte der Ärztliche Direktor des Krankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck, Hans-Peter Volz, am vergangenen Freitag (22. Juli 2022) vor Gericht gesagt.

Stimmen in seinem Kopf sollen den Flüchtling zu dem Angriff auf die arglosen Menschen gebracht haben. Befürchtungen kurz nach der Tat, der Mann habe aus terroristischen Gründen oder religiösen Überzeugungen gehandelt, bestätigten sich nicht. Der Prozess findet wegen Platzmangels nicht im Justizzentrum statt, sondern an wechselnden Orten, an diesem Montag in einer Veranstaltungshalle im nahen Estenfeld.

Update vom 22.07.2022, 13 Uhr: Psychisch krank und hochgefährlich

Der Messerstecher von Würzburg ist nach Einschätzung eines Psychiaters psychisch krank und ohne Behandlung weiter hochgefährlich. "Es besteht kein Zweifel, dass der Beschuldigte an einer paranoiden Schizophrenie leidet", sagte Hans-Peter Volz, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck, am Freitag (22. Juli 2022) im Prozess gegen den Beschuldigten in Estenfeld bei Würzburg.

Volz bezog sich dabei auch auf den Tattag, den 25. Juni 2021. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Somalier ohne Behandlung in einer Psychiatrie weitere "hochaggressive Taten" begehen könnte, sei "ausgesprochen hoch". Dass der Beschuldigte simuliere, halte er für ausgeschlossen.

Der Mann um die 30, dessen Alter den Behörden nicht bekannt ist, hatte vergangenen Sommer in Würzburg drei ihm unbekannte Frauen mit einem Messer getötet. Zudem verletzte er vier weitere Frauen schwer. Ein damals elf Jahre altes Mädchen und ein 16-Jähriger erlitten ebenfalls schwere Verletzungen. Hinzu kamen drei Leichtverletzte.

"Der Proband war akut wahnhaft", sagte Volz über den Zustand des Flüchtlings am Tattag. Er fühlte sich verfolgt, etwa von Geheimdiensten, hörte zudem Stimmen in seinem Kopf. "Da war er vollständig verwirrt." In diesem Zustand habe er die Tat begangen und unter anderem drei Frauen aus dem Leben gerissen. Die Einsichtsfähigkeit des Flüchtlings sei damals aufgehoben gewesen. "Wir haben mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Menschen vor uns (...), der sich gesteuert vorkam."

Die Generalstaatsanwaltschaft München geht nach den Ermittlungen davon aus, dass der Beschuldigte die Tat aus Hass auf Deutschland beging. Sie will ihn dauerhaft in einer Psychiatrie unterbringen lassen. Für kommende Woche sind die Plädoyers und das Urteil in dem Sicherungsverfahren geplant.

Messerattacke in Würzburg: Das ist bisher über den Täter bekannt

Stimmen in seinem Kopf sollen den Flüchtling aus Somalia zu dem Angriff auf ihm offensichtlich unbekannte Menschen gebracht haben. Befürchtungen kurz nach der Tat, der Flüchtling habe aus terroristischen Gründen oder religiösen Überzeugungen gehandelt, bestätigten sich in dem seit April laufenden Sicherungsverfahren bisher nicht. Hinweise auf Mitwisser oder Mittäter sowie auf einen extremistischen Hintergrund gibt es ebenso wenig. Drogen oder Alkohol hatte der Mann laut toxikologischem Gutachten nicht eingenommen.

Nach den psychiatrischen Gutachten wird die Beweisaufnahme wahrscheinlich abgeschlossen sein, wie ein Landgerichtssprecher sagte. Dann könnten am kommenden Montag (25. Juli) Generalstaatsanwaltschaft und Nebenklage plädieren, am Dienstag voraussichtlich die Verteidigung. Ein Urteil wäre am 28. oder 29. Juli denkbar. Das Verfahren war vorsorglich bis September terminiert worden, kam aber zuletzt schneller voran.

Der Beschuldigte hatte am 25. Juni 2021 in der Innenstadt von Würzburg drei ihm unbekannte Frauen mit einem Messer getötet. Zudem gab es vier schwer verletzte Frauen. Ein damals elf Jahre altes Mädchen und ein 16-Jähriger wurden ebenfalls schwer verletzt. Hinzu kamen drei Leichtverletzte. Der Mann um die 30, dessen genaues Alter den Behörden nicht bekannt ist, hat die Vorwürfe eingeräumt und sein Bedauern ausgedrückt. Die Generalstaatsanwaltschaft glaubt, er habe aus Hass auf Deutschland gehandelt. Sie will ihn dauerhaft in einer Psychiatrie unterbringen lassen, weil er allgemeingefährlich sein soll.

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