Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat ein hartes Vorgehen gegen sogenannte Grusel-Clowns angekündigt. "Solche üblen Gags können schlimme Folgen haben. Wir werden deshalb nichts durchgehen lassen und jeden Fall konsequent verfolgen sowie entsprechend ahnden", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Montag). Aus einem vermeintlichen Scherz könne dann für den Täter bitterer Ernst werden, der Betroffene müsse mit der Polizei oder der Staatsanwaltschaft rechnen, sagte Herrmann weiter.

Die unheimlichen Fratzen sind mittlerweile auch in München angekommen: Mit einer Axt ging ein Unbekannter mit Clownsmaske auf einen zehnjährigen Buben los. Wie die Polizei am Montag mitteilte, war der Schüler am Freitagabend mit seinem Fahrrad vom Fußballtraining nach Hause gefahren, als der Horror-Clown zuschlug.
Der getarnte Unbekannte sprang aus einem Gebüsch hervor, schwang eine Axt und lief schreiend auf das Kind zu. Nach den Worten des Buben hielt der Täter seinen schlechten Scherz per Handyvideo fest - ein beliebtes Ritual der Horror-Clowns, die ihre Filme dann im Internet veröffentlichen. "Sollten solche Filmchen etwa in Facebook auftauchen, dann muss der Täter ebenfalls damit rechnen, dass bald die Polizei vor seiner Tür steht", sagte Innenminister Herrmann der Zeitung weiter.

Auch in Gersthofen (Landkreis Augsburg) trieben Grusel-Clowns ihr Unwesen: Dort verbargen sich hinter den Halloween-Masken drei Jugendliche. In der Nähe des Stadtparks erschreckten sie Spaziergänger, einer der Clowns rasselte mit einer Eisenkette. "Das Problem ist: Kurz vor Halloween gibt es solche Masken überall zu kaufen", sagte Michaela Schricker vom Polizeipräsidium Schwaben Nord.

In Aschaffenburg hatte ein als gruseliger Clown verkleideter Mann am Freitagabend zwei 16-Jährige in einer Parkanlage erschreckt. Bereits Mitte vergangener Woche hatte sich im niederbayerischen Geiselhöring ein ähnlicher Fall ereignet: Wie die Polizei bestätigte, erschreckten Unbekannte in Clownskostümen dort mehrere Kinder. Der Trend der Grusel-Clowns hat seinen Ursprung in den USA. Seit zwei Jahren registrieren die US-Behörden solche Vorfälle.

Der Münchner Circus Krone legt nun Anti-Angst-Kurse auf. Diese habe es schon einmal gegeben, als Clowns zum Symbol für Schreckliches wurden, sagte Zirkussprecherin Susanne Matzenau am Montag. Auch Autor Stephen King habe vor 30 Jahren mit seinem Roman "Es" zum Imageschaden der Grinsegesichter mit roter Nase beigetragen. Der Zirkus veranstaltete damals die speziellen Seminare für Coulrophobiker, wie Menschen mit Angst vor Clowns heißen. "Wir haben den Teilnehmern den Clown-Darsteller ungeschminkt gezeigt und ihn vor ihren Augen verwandelt", berichtete Matzenau.

Auch Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) warnte Grusel-Clowns vor den Folgen ihrer makabren Aktionen. "Wer andere sprichwörtlich zu Tode erschrecken will, ist nicht lustig, sondern ein Straftäter", sagte Kutschaty der "Bild"-Zeitung (Montag). Selbst wenn dem Opfer nichts passiere, könne die Tat eine strafbare Bedrohung sein. "Und auch hierfür kann der demaskierte Clown schon bis zu einem Jahr im Gefängnis landen."