Von 270 zu bewältigenden Einsätzen hatten knapp 60 einen direkten Bezug zu Halloween-Feierlichkeiten. Dies sind in etwa so viele wie im Vorjahr. Besonders negativ aufgefallen ist, dass bei vielen Streichen Feuerwerkskörper im Spiel waren, heißt es in der Pressemiteilung.

Wie auch im vergangenen Jahr lagen die Schwerpunkte im Bereich der Sachbeschädigungen und Ruhestörungen. Ein regionaler Schwerpunkt lässt sich in Unterfranken nicht ausmachen. Der übermäßige Alkoholgenuss, der leider auch dieses Mal wieder festzustellen war, tat sein Übriges. Erst in den Morgenstunden ebbte das generelle Feiergeschehen und Halloweentreiben ab.

Elf Sachbeschädigungen mussten die Beamten bereits am Donnerstagabend in Unterfranken aufnehmen, wobei erfahrungsgemäß die Hausbesitzer erst im Laufe des Freitagvormittags viele Verunstaltungen bemerken und anzeigen.
In den bereits gemeldeten Fällen hatten Unverbesserliche zumeist mit Eiern oder Farbe Hausfassaden oder geparkte Autos beschmiert. Besonders negativ aufgefallen ist der häufige Einsatz der nicht ungefährlichen Feuerwerkskörper. Ungeachtet der Tatsache, dass diese nur rundum Silvester verwendet werden dürfen, hantierten Halloweenfeiernde in insgesamt 16 Fällen mit Knallkörpern. Meistens gingen Briefkästen dadurch zu Bruch.

Gut 20 Mal war die Polizei wegen Streitigkeiten oder Ruhestörungen zum Ausrücken gezwungen. Dies ist natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass der folgende freie Tag für Feierlichkeiten aus verschiedenen Anlässen genutzt wurde. Auch anlässlich von alkoholisierten Personen, Bränden und Verstößen gegen das Waffengesetz, mussten Polizeibeamte tätig werden.

Im Bereich Main-Rhön wurde beispielsweise in Grettstadt im Landkreis Schweinfurt ein Briefkasten in der Meßmerstraße mit einem Feuerwerkskörper gesprengt und total zerstört. Der Schaden beläuft sich auf ca. 350 Euro.

In Bad Brückenau wurde eine Gruppe von sechs Kindern im Alter zwischen acht und elf Jahren, die in Begleitung von Erwachsenen in Halloween typischer Manier unterwegs waren und an Häusern klingelten, aus einer Wohnung heraus von einem 15-Jährigen mit einer Softairwaffe beschossen. Dabei wurden mehrere Kinder getroffen. Zu schwerwiegenden Verletzungen kam es nicht. Der Jugendliche konnte ermittelt werden, die Waffe wurde sichergestellt. Er räumte den Sachverhalt gegenüber der Polizei ein und zeigte sich reumütig.

Kleinere Streitigkeiten, die im Jahresverlauf eigentlich keine polizeiliche Rolle spielen, standen auf der Tagesordnung. So zum Beispiel in Hendungen im Landkreis Rhön-Grabfeld. Hier hatten sich Kindern gegenseitig mit Wasser bespritzt und Süßigkeiten weggenommen. Die Sache wurde unter Einbeziehung der Eltern geklärt.

In Würzburg wurde das Halloweenfest überwiegend friedlich gefeiert. Die Polizei hat am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag nur in wenigen Fällen einschreiten müssen. Gegen 19.30 Uhr wurden die Beamten zunächst zu einem kleineren Brand am Heuchelhof gerufen. Dort war am Place de Caen eine Mülltonne in Brand geraten, der durch die Feuerwehr schnell gelöscht werden konnte. Es entstand Sachschaden in Höhe von 500 Euro. Wie genau der Abfallbehälter in Brand geriet ist bislang nicht bekannt.

Kurz vor 21.00 Uhr kontrollierte eine Streifenbesatzung einen Jugendlichen im Wiener Ring. Der 15-Jährige hatte mehrere Feuerwerkskörper einstecken, deren Besitz aber erst ab 18 Jahren erlaubt ist. Die "China Böller" wurden daraufhin sichergestellt und seine Eltern verständigt. Mit dem kurz zuvor festgestellten Brand hatte der Jugendliche allerdings nichts zu tun. Um 22.30 Uhr war ein 17-Jähriger auf dem Heimweg vom Hauptbahnhof Richtung Grombühl. Dabei wurde er im Park an der Haugerglacisstraße bereits von Weitem von einem als Skelett verkleideten Mann beschimpft. Als beide sich begegneten wurde der Jugendliche von dem Unbekannten zunächst mit Bier vollgeschüttet und bekam anschließend eine Kopfnuss verpasst. Der Geschädigte erlitt eine dicke Beule an der Stirn und flüchtete anschließend Richtung Bahnhof. Von dem etwa 25 Jahre alten und 180 Zentimeter großen "Skelett" fehlt bislang jede Spur. Der Täter hatte weiß gefärbte und nach oben gestylte Haare. Das Gesicht war als Totenkopf geschminkt, er trug ein Skelettkostüm. Hinweise zu dem Vorfall nimmt die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt unter Tel. 0931/457-2230 entgegen.

In Hasloch im Landkreis Main-Spessart beendete die Polizei eine Halloweenparty nachdem es zu Körperverletzungen gekommen und mehrere Jugendliche festgestellt wurden, die zum Teil deutlich dem Alkohol zugesprochen hatten. Ein 15-Jähriger wurde verletzt und Stand mit 0,88 Promille nicht unerheblich unter Alkoholeinfluss.

Er und drei weitere minderjährige Partygäste - eine 14-Jährige mit 1,20 Promille, ein 15-Jähriger mit 0,90 Promille sowie ein weiteres 16-jähriges Mädchen mit 1,70 Promille - wurden allesamt vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Gegen die Verantwortlichen wird ermittelt.

Am Bayerischen Untermain verlief das Halloweenfest ruhig. In Aschaffenburg konnte die Feuerwehr einen kleinen Brand in einer Garage im Föhrenweg gerade noch löschen. Dort war nach Verwendung von Silvesterknallern ein Abfallkorb entzündet worden. In einer Diskothek musste eine 17-Jährige vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden. Sie hatte zuviel Alkohol getrunken und war in der Toilette zusammengebrochen.