Minutenlanges Glockengeläut: Bei einer Trauerfeier im Würzburger Kiliansdom haben viele Menschen den Opfern des tödlichen Messerangriffs von Freitag (25. Juni 2021) gedacht. Das Gewaltverbrechen habe die Menschen bis ins Mark erschüttert, sagte Würzburgs Bischof Franz Jung am Sonntag (27. Juni 2021).

"Die Trauer um die verlorenen Menschen wird niemals enden", sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU). "Ich war vorgestern Abend gelähmt und erschüttert vor Entsetzen." Er warnte davor, andere Flüchtlinge in Sippenhaft zu nehmen für die Tat des Somaliers, dessen Motiv Ermittlern zufolge noch unklar ist.

Trauerfeier in Würzburg: "Die Trauer wird niemals enden"

Der 24 Jahre alte Flüchtling hatte am Freitagnachmittag in der Innenstadt drei Frauen erstochen und sieben Menschen verletzt, fünf davon lebensgefährlich. Er wurde festgenommen und ist in Untersuchungshaft.

Zum Gedenkgottesdienst waren neben Angehörigen der Opfer und Einsatzkräften zahlreiche Vertreter der Politik und des öffentliches Lebens geladen. Darunter waren Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (beide CSU) und der Präsident der Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Zusätzlich berichtet das Polizeipräsidium Unterfranken am Sonntagnachmittag, dass die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt mit im Einsatz war, um einen sicheren und ordnungsgemäßen Verlauf der Gedenkfeier zu gewährleisten. "Insbesondere in der Innenstadt und dort mit einem Schwerpunkt am Barbarossaplatz und in der Domstraße zeigte die Polizei uniformierte Präsenz während der Veranstaltung", heißt es in der Pressemitteilung. Es kam zu keinerlei nennenswerter Störungen. 

Polizei mit Appell an Bevölkerung: "Sind für Sie da"

Doch die Polizei richtet sich auch mit einem Appell an die Bevölkerung: "Der unterfränkischen Polizei ist es gerade in der momentanen Situation von besonderer Bedeutung Präsenz in der Innenstadt zu zeigen. Dies erfolgt nicht, da von einer erhöhten Gefährdungslage ausgegangen wird, sondern, um für die Bürgerinnen und Bürger auch als Ansprechpartner vor Ort zu sein und das subjektive Sicherheitsempfinden zu erhöhen. Liebe Würzburgerinnen und Würzburger, scheuen Sie sich nicht, unsere Einsatzkräfte vor Ort anzusprechen. Gerade in dieser Situation gilt es, zusammenzustehen. Die Polizei ist für Sie da"

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