Ein 51-jähriger Demenzkranker ist in Würzburg gestorben. Der Mann war bei seinem Tod auf 34 Kilogramm heruntergehungert. Seine Frau und sein Sohn standen wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht.

Update vom 08.07.2021, um 18.30 Uhr: Ehefrau und Sohn freigesprochen

Der Vorwurf, dass der Mann gestorben sei, weil Ehefrau und Sohn zu spät den Rettungsdienst gerufen hätten, habe nicht nachgewiesen werden können. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Ehemann und Vater hatte mindestens vier Jahre vor seinem Tod im August 2017 an Alzheimer gelitten. Bei einer Obduktion war festgestellt worden, dass der Mann auf 34 Kilogramm abgemagert war - bei einer Größe von 1,78 Metern. Mit einem Arztbesuch hätte dies verhindert werden können, so der Vorwurf gegen die 52-jährige und den 24-jährigen Familienangehörigen. Die Familie aus dem Landkreis Würzburg lebte unter einem Dach.

Das Gericht kam jedoch zu dem Schluss, dass der Mann schon länger die Nahrungsaufnahme verweigert hatte. Es sei nicht auszuschließen, dass der 51-Jährige ein Palliativfall gewesen sei - und eine frühere Alarmierung der Rettungskräfte nichts an seinem Tod geändert hätte.

Update vom 17.06.2021, um 17.18 Uhr: Beim Prozessauftakt: Ärzte bestätigen, dass Gewichtsverlust bei Alzheimer typisch sei

Sie sollen zugelassen haben, dass ihr demenzkranker Ehemann und Vater verhungerte. Warum riefen die Ehefrau und der Sohn im August 2017 keinen Arzt für den damals 51-Jährigen? Diese Frage stand zum Prozessauftakt am Donnerstag vor dem Amtsgericht Würzburg im Mittelpunkt der Verhandlung. Der Tod durch Verhungern hätte verhindert werden können, davon geht die Staatsanwaltschaft aus. Sie wirft der 52-Jährigen und dem 24-Jährigen fahrlässige Tötung vor (Az.: 803 Js 19428/17).

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er kaum mehr Nahrung aufnehmen konnte. «Haut und Knochen», sei der 51-Jährige gewesen, sagte der Mediziner, der den Tod feststellte, vor Gericht. Da ihm keine Patientenverfügung vorgelegt werden konnte, die explizit keine künstliche Ernährung und keine Flüssigkeitsgabe verlangte, rief er die Polizei.

Dass der Mann schon immer sehr schlank gewesen sei, bestätigten drei Ärzte vor Gericht, die ihn behandelt hatten. Gewichtsverlust sei zudem ein gewöhnliches Symptom bei Demenz, erklärte einer.

Das Urteil ist für den 8. Juli geplant.

Ursprüngliche Meldung vom 17.06.2021:

Ein an Alzheimer-Demenz erkrankter Mann wird von seiner Frau und seinem Sohn gepflegt - dennoch verhungert er. Ab Donnerstag (17.06.2021) müssen sich die beiden Familienangehörigen wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Würzburg verantworten. Sie sollen den 51-Jährigen nicht rechtzeitig zum Arzt gebracht haben. Das Motiv war den Ermittlern noch unklar.

Die Familie lebte unter einem Dach. Mindestens vier Jahre vor seinem Tod im August 2017 hatte der Ehemann und Vater an Alzheimer-Demenz gelitten. Spätestens seit Sommer 2017 soll bei dem Pflegebedürftigen ein zunehmender körperlicher Verfall eingetreten sein.

Kranker 51-Jähriger verhungert: Ehefrau und Sohn vor Gericht

Bei der Obduktion wurde festgestellt, dass er bis auf 34 Kilogramm abgemagert war - bei einer Größe von 1,78 Metern. Die Todesursache lautete: verhungern. Mit einem Arztbesuch hätte dies laut Anklage verhindert werden können.

In einem zweiten Verhandlungstermin am 8. Juli soll das Urteil fallen.

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