Im Gegenteil: Die Wirkung ist umso größer.

Dass die Streicher des Philharmonischen Orchesters am Sonntag bei den flirrend-filigranen Stellen des Vorspiels mehrfach patzten, darf man als Premierenfieber verbuchen, wenn man ihre Gesamtleistung an dem gut viereinhalbstündigen Abend bedenkt. Vor allem die Blech- und Holzbläser spielten auf einem unerwartet hohen Niveau - und zwar nicht nur in rein spieltechnischer Hinsicht.

Man hört diesem "Lohengrin" an, dass der Dirigent mit den Musikern intensiv an Tempo, Phrasierung und Artikulation gearbeitet hat. Jede Beschleunigung, jedes Langsamerwerden macht sinnlich erfahrbar, worum es geht. Die Kunst des Übergangs ist dabei entscheidend.