Auch nach dem Rückzug von Barbara Stamm wollen die Unterfranken eine gewichtige Stimme im CSU-Parteivorstand haben: Der Bezirksvorstand der Partei hat Dorothee Bär, die Parlamentarische Staatssekretärin aus Ebelsbach (Lkr. Haßberge), für einen der fünf Stellvertreterposten nominiert.

Fragt sich nur, wen Bär und ihre Kollegen nach der Wahl beim Parteitag im Dezember vertreten? Bleibt Horst Seehofer? Kommt Markus Söder? Oder Alexander Dobrindt? Oder Ilse Aigner? Anders als bei Bär möchte sich der CSU-Bezirksvorstand da mit Wünschen nicht öffentlich festlegen. Man habe Vorstellungen und bringe die parteiintern auch ein, heißt es.

Andere Bezirksverbände sind da mutiger. So hat sich die Oberpfalz-CSU öffentlich die Ablösung von Seehofer gefordert.

Gut möglich, dass am Samstag, wenn in München zuerst die CSU-Landtagsfraktion und anschließend der Parteivorstand tagen, neben der Diskussion um das Ergebnis der Jamaika-Sondierung auch personelle Entscheidungen fallen. Sicher aber ist das nicht. Derzeit wartet man in der CSU auf ein Signal Seehofers.

Derweil würdigt der CSU-Bezirksvorstand die Arbeit von Barbara Stamm. 24 Jahre arbeitete die Landtagspräsidentin in der Parteispitze, als Stellvertreterin von immerhin vier CSU-Vorsitzenden: Theo Waigel, Edmund Stoiber, Erwin Huber und Horst Seehofer. Ob sie bei der Landtagswahl 2018 noch einmal kandidiert, hat die 73-jährige Würzburgerin eigenen Angaben zufolge noch nicht entschieden. Michael Czygan