Die Stadt Würzburg hatte wenige Stunden zuvor mitgeteilt, dass die Hunger- und Trinkstreikenden trotz mehrmaliger Aufforderung bislang keinen Arzt benannt hätten, der regelmäßig ihren Gesundheitszustand kontrolliert. Deshalb habe die Polizei als Vollzugsbehörde den Fünfen einen Auflagenbescheid überreicht. In diesem wird ein Arzt gefordert, der die ärztliche Kontrolle der Hungerstreikenden übernimmt. Für die Umsetzung dieses Bescheides ist fortan die Polizei zuständig. Werde die Auflage weiterhin nicht erfüllt, sei auch die Räumung des Camps eine Option, hatte ein Stadtsprecher auf epd-Anfrage gesagt.

In der Nacht auf Donnerstag hatte sich die Situation zugespitzt: Zwei der fünf Asylbewerber mussten wegen ihres Hunger- und Trinkstreikes ins Krankenhaus. Sie waren offenbar nach 50 Stunden ohne Essen und Trinken zusammengebrochen und in eine Klinik gebracht worden. Sie wurden nach Angaben eines Sprechers am Donnerstagmorgen wieder entlassen. Trotzdem wollten die Iraner und Afghanen den Protest nicht stoppen: "Wir hoffen, dass die politisch Verantwortlichen das Signal wahrnehmen und setzen den Streik unvermindert fort."
Das BAMF hatte ebenfalls am Donnerstagnachmittag die an die Behörde gerichteten Forderungen der Streikenden zurückgewiesen. Es sei nicht möglich, die Flüchtlinge pauschal anzuerkennen, hieß es. Viele weitere Forderungen beträfen den Freistaat Bayern, etwa die Abschaffung der Residenzpflicht und eine andere Form der Unterbringung. Zudem liege für die Mehrheit der Flüchtlinge die Zuständigkeit gar nicht mehr beim BAMF, vier Anträge seien bereits abgelehnt worden, entsprechende Gerichtsverfahren müssten abgewartet werden. Ein Hungerstreik sei zudem "kein geeignetes Mittel", um ein Bleiberecht zu erwirken.

Die Flüchtlinge hatten vergangenen Freitag mitgeteilt, ab Beginn dieser Woche in einen Hunger- und Durststreik zu treten. Zu Beginn ihres Protestes am 20. Mai hatten die Männer rund um den Anmelder Reza Almassi Moghaddam noch erklärt, dass ein Hungerstreik "definitiv nicht geplant" sei. Die Teilnehmer des Protests wollten sich damit bewusst von dem radikalen Protest aus dem März 2012 abheben, als Flüchtlinge in der Würzburger Innenstadt campierten, nichts aßen, tranken und sich die Münder zunähten.