Nach einem Anschlag auf eine ICE-Strecke in Unterfranken hat die Polizei jetzt zwei Tatverdächtige ermittelt: Ein Ehepaar, ein 36-jähriger Mann und eine 34-jährige Frau aus dem Landkreis Bad Kissingen, werden verdächtigt, am Dreikönigstag ein Plakat über die Gleise gespannt zu haben, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch (10. Februar 2021).

Die Kripo habe Wohnungen durchsucht, Beweismittel sichergestellt und die Tatverdächtigen vernommen. Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass das Motiv "im Bereich einer Protestaktion von Corona-Leugnern zu finden ist", sagte der Polizeisprecher. Der Ermittlungserfolg sei auch einem Hinweis aus der Bevölkerung zu verdanken.

Anschlag auf ICE-Strecke: Ehepaar verdächtigt

Ein aus Schweinfurt kommender ICE hatte am 6. Januar eine über Holzlatten gespannte Plane mit der Aufschrift "Dieses Mal Fake" durchfahren. Der Lokführer leitete eine Notbremsung ein. Der Triebwagen wurde leicht beschädigt. Verletzt wurde niemand. Polizisten fanden später entlang der Bahnstrecke zwischen Waigolshausen und Gemünden weitere, ebenfalls mit Holzlatten über den Gleiskörper gespannte Plakate.

Die Kriminalpolizei Würzburg übernahm in enger Abstimmung mit der Bundespolizei die Ermittlungen. Im Zuge dessen wurde die Sonderkommission „Werntal“ gegründet. Ob sich am damaligen Tatort gesicherte Spuren dem Tatverdächtigen oder anderen Personen aus dem Umfeld der Ermittlungen zuordnen lassen, müssen nun die weiteren Ermittlungen zeigen, heißt es im Bericht der Polizei.