• Mückenplage entlang der Altmühl
  • Mehrere Gemeinden getroffen
  • Anwohner: "So schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie"
  • Renaturierung der Altmühl als Ursache?

Mehrere Dörfer und Gemeinden entlang der Altmühl klagen derzeit über eine Mückenplage. Schon seit Jahren haben die Insekten sich dort ein Zuhause gemacht und jährlich werden es mehr. Bereits im Juni warnte ein Forscher vor einer Mückenplage in Bayern - jedoch aus einem anderen Grund. 

Mückenplage entlang der Altmühl "so schlimm wie noch nie"

Für den Mückenforscher Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut waren vor allem die günstigen Wetterbedingungen Indiz für eine mögliche Mückenplage. Niederschlag in Kombination mit stehenden Wiesen bieten den Insekten perfekte Bedingungen, zu  schlüpfen und sich zu entwickeln. "Die sogenannten Überschwemmungsmücken, die ihre Eier in Wiesen in der Nähe von Flüssen ablegen, werden dann regelrecht zur Plage. Dann schlüpfen die Mücken zu Milliarden gleichzeitig", wird Kampen zitiert. 

Genau das wurde einigen Dörfern entlang der Altmühl nun offenbar zum Verhängnis. Ortschaften wie Windsfeld liegen im Überschwemmungsgebiet des Flusses, was ideale Bedingungen für die Mücken bietet. Hinzu kommt noch ein weiteres Problem: Windsfeld ist umgeben von Biotopen und diese seien "ungepflegt", wie der Bayerische Rundfunk (BR) zwei Anwohnerinnen zitiert. 

Dass die Ortschaften entlang der Altmühl für eine Vielzahl an Mücken sind, ist zunächst nicht weiter verwunderlich. Interessant ist jedoch, dass scheinbar seit Jahren die Zahl der Insekten steigt - in den vergangenen fünf Jahren sogar "deutlich". Aktuell sei es besonders extrem: "So schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie", zitiert der BR die Anwohner*innen.

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Suche nach der Ursache - Renaturierung der Altmühl könnte ein Grund sein

Eine potenzielle Ursache für den scheinbaren Anstieg in den letzten fünf Jahren gibt es auch: Es wird vermutet, dass die Renaturierung der Altmühl zwischen Treuchtlingen und Gunzenhausen ein entscheidender Faktor dafür ist. Die Renaturierung der Altmühl war Teil des "Auenprogramms der Bayerischen Staatsregierung". Die Ziele dieses Programms waren unter anderem die "natürlichen Eigenschaften und Funktionen einer Aue, wie zum Beispiel Laufverlagerung des Fließgewässers, wechselnde Wasserstände und eine regelmäßige Ausuferung (Überschwemmung)" zu sichern oder wieder herzustellen. Außerdem sollten damit "positive Beiträge zum vorbeugenden Hochwasserschutz (natürlicher Rückhalt), dem Arten- und Biotopschutz sowie der Freizeit und Erholung" geleistet werden. 

Inwiefern die damit einhergehenden Maßnahmen an der Altmühl mit dem scheinbar erhöhten Auftreten von Mücken zusammenhängen, ist noch strittig. Das Wasserwirtschaftsamt sieht keinen Zusammenhang: "Die Zeichen deuten nicht darauf hin, dass die Mückenplage mit der Renaturierung zu tun hat", wird deren Leiter Thomas Keller vom BR zitiert. Grundlage für seine Einschätzung sind Untersuchungen aus den Jahren 2018 und 2020. Von dem Wasserwirtschaftsamt  entnommene Proben hätten gezeigt, dass es kein massenhaftes Larvenvorkommen und stattdessen genug Fressfeinde der Insekten gäbe. 

Bevor Maßnahmen gegen die Mückenplage eingeleitet werden können, sei laut dem Umweltministerium zuvor ein weiterer Schritt nötig: Die Art der Stechmücken zu bestimmen. Zunächst muss herausgefunden werden, ob die Mückenart ihre Eier auf dem Boden oder im Wasser ablegt. Das sei entscheidend, um die Brutstätte der Mücken herauszufinden. Erst dann können geeignete Abwehrmaßnahmen bestimmt werden.

 

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