Autofahnen und Außenspiegelstrümpfe in Schwarz-Rot-Gold - haben wir schon. Blumenketten und Schminke auch, ebenso Schweißbänder und Trikots. Also stöbern wir doch mal in den Weiten des World Wide Web. Vielleicht gibt es ja etwas, womit wir uns von der schwarz-rot-goldenen Masse abheben könnten?

Okay, Bikini-Oberteile in den Landesfarben sind zwar schön anzuschauen, wenn sie von den richtigen Damen ausgefüllt werden, aber originell ist das noch nicht. Da müssten schon die passenden Ohrringe und Klebefolien für die Fingernägel hinzukommen, vielleicht auch noch eine Perücke im Afro-Look und Kontaklinsen - alles natürlich in Schwarz-Rot-Gold. Für den Mann wiederum gibt es eine entsprechend eingefärbte Strickware für das Gemächt. Details erspare ich mir an dieser Stelle.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Fantasie von Fanartikel-Erfindern ist schier unerschöpflich. Es gibt nahezu nichts, was sich nicht mit ein wenig Farbe anlässlich eines großen Sportereignisses wie einer Fußball-Europameisterschaft in ein vermarktbares Produkt verwandeln ließe. Sogar eine Saucenpistole wird angeboten - für den Fall, dass das Spiel zum Einschlafen ist, kann man sich bei der Fanparty gegenseitig mit Senf, Ketchup und Mayo beschießen. Welch ein Spaß! Der Fußball wird damit zur herrlichsten Nebensache der Welt.

Ein besonders ausgefallenes Stück ist der Trink-Cowboy-Hut in Schwarz-Rot-Gold. Der hat sechs Löcher in der riesigen Krempe, in die man sechs Bierbecher stellen kann. Damit ist stets für Nachschub gesorgt. Wer sich so ein Ding für fast neun Euro über den Schädel stülpt, muss sich nicht wundern, wenn er gefragt wird, ob er noch alle Tassen im Schrank hat.

In diesem Fall empfehle ich den Erwerb eines Morphsuits - natürlich in Schwarz-Rot-Gold. Das ist ein hautenger Ganzkörperanzug, eine Art Strumpf, der vom Scheitel bis zur Sohle reicht und den Vorteil hat, dass man nicht erkannt wird. Laut Shopbetreiber kann der in dieser Wursthaut steckende Fan durch den dünnen Stoff sogar Wasser - womit wohl Bier gemeint ist - zu sich nehmen. Nur in umgekehrter Richtung soll das Ganze nicht funktionieren. Ausgerechnet in der peinlichsten Situation muss man die Tarnkappe abnehmen. Dieses Fanprodukt ist also noch verbesserungsbedürftig.

Die Fußball-Europameisterschaft zieht drei Wochen lang alles in ihren Bann - auch unsere Redakteure Tobias Köpplinger und Leopold Teuscher. Was die beiden rund um die Spiele und am Rande des Wettbewerbs so erleben, bloggen sie als "Einwurf" und "Abseits" auf em.infranken.de.