Am vergangenen Samstag, gegen 17.50 Uhr, erreichte die Aschaffenburger Wasserschutzpolizei ein Notruf. Demnach fiel an einem Motorboot, welches an der Sportbootschleuse Kleinostheim zu Berg schleusen wollte, bei der Einfahrt in den Schleusenbereich der Motor aus. Das Boot trieb daraufhin aufgrund des Windes auf das Wehr zu und blieb dort unmittelbar unterhalb der kraftwerkseitigen Walze hängen. Das berichtet die Verkehrpolizei Aschaffenburg-Hösbach.

Die drei Personen an Bord des Bootes hatten Glück im Unglück, dass zu dieser Zeit gerade kein Wasser über die Wehrwalzen strömte. Ein folgenschwerer Unglücksfall wäre dann mit hoher Wahrscheinlichkeit unvermeidbar gewesen.


Sportboot hilft aus Gefahrenbereich


Die alarmierten Beamten der Wasserschutzpolizei waren kurze Zeit später am Einsatzort, konnten das havarierte Boot aber aufgrund des Tiefganges ihres Polizeibootes nicht erreichen. Die Besatzung eines zufällig hinzukommenden Sportbootes konnte das Boot dann schließlich aus dem Gefahrenbereich schleppen.

Wie die Wasserschutzpolizei berichtete, waren in dem manövrierunfähigen Boot weder Paddel noch Anker vorhanden. Damit hätte das lebensgefährliche Abtreiben in den Bereich des Wehres vermieden werden können. Da es für Sportboote unter 20 Meter Länge auf Bundeswasserstraßen keinerlei Zulassungs- und Ausrüstungsvorschriften gibt, bestand auch in diesem Fall keine gesetzliche Pflicht derartige Sicherheitsausrüstung mitzuführen.


Polizei warnt vor Fahrlässigkeit


Die Wasserschutzpolizei bezeichnet als leichtsinnig und fahrlässig, bei Bootsfahrten aller Art auf dem Main auf eine grundlegende Sicherheitsausrüstung zu verzichten. Aufgrund der mangelnden Gesetzeslage im vorliegenden Fall setzen die Beamten auf Aufklärung. Mit der bayernweiten Präventionsaktion "Aufgeklart" wirkt die Wasserschutzpolizei seit vielen Jahren darauf hin, dass die Bootseigner eine empfohlene und für die jeweilige Bootsart auch sinnvolle Ausrüstung mit sich führen.

Wie es der Zufall wollte, waren die Beamten in dem Moment, als sie dieser Notruf erreichte, gerade auf dem Rückweg von einer solchen Präventionsveranstaltung, die im Aschaffenburger Floßhafen durchgeführt wurde.


Polizei bietet Beratung an


Um derartige Zwischenfälle möglichst zu vermeiden, bietet die Wasserschutzpolizei jederzeit entsprechende Beratungen zu diesem Thema an.
Die Dienststelle ist tagsüber unter 06021/857-2680 erreichbar.