An jenem Mittwochnachmittag Ende März befand sich ein 27-Jähriger aus dem Landkreis Würzburg gegen Mittag vor seinem Geschäft in Werneck. Dort beobachtete er eine ältere Frau, die zunächst alleine zu Fuß in der Stadt unterwegs war. Kurz darauf lief die 66-Jährige plötzlich mit einem Kleinkind auf dem Arm in Richtung Schlosspark. Dies kam dem Mann merkwürdig vor, und er machte sich auf die Suche nach den möglichen Eltern. Nach dem Motto "nicht Wegschauen, sondern Handeln", rannte er sofort los, um nach einem möglicherweise leeren Kinderwagen Ausschau zu halten. Dabei ließ er sogar selbstlos seinen Laden offen zurück. Schon in unmittelbarer Nähe fand er dann vor einem weiteren Geschäft den Kinderwagen. Im Geschäft traf er auf die aufgeregte 34-jährige Mutter, die den Wagen nur kurz aus den Augen gelassen hatte und ihr Baby bereits vermisste. Beide suchten sofort nach der Frau, die aber bereits in Richtung Schlosspark verschwunden war.


Baby sofort übergeben



Auf dem Gelände des Schloss Werneck kam ihnen dann ein Bediensteter entgegen und erklärte, dass das Kind in Sicherheit sei. Wie sich herausgestellt hatte, war die Frau mit dem vier Monate alten Mädchen einer Beschäftigten aus dem Landkreis Schweinfurt aufgefallen, wie sie ein Gebäude betrat. Nachdem sie angesprochen worden war, übergab sie das Baby dann sofort.

Zweifelsfrei haben der Geschäftsmann und die Beschäftigte durch ihr vorbildliches Verhalten einen ganz entscheidenden Teil dazu beigetragen, dass die inzwischen eingeleitete Großfahndung der Schweinfurter Polizei wieder abgebrochen werden und das Kind nach nur wenigen Minuten in die Obhut der Mutter übergeben werden konnte.

Das vorbildliche Verhalten ist nachahmenswert und hat Vorbildcharakter, lobte der Kripo-Chef am Dienstag die beiden Bürger, die neben einer Urkunde noch eine Belohnung in Höhe von insgesamt 300 Euro erhielten. Gerade die Polizei sei in vielen Fällen auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, sagte Kossner und bedankte sich abschließend bei den beiden Helfern. pol