Passanten haben Einblick in sechs Räume, die weitgehend leer sind. Das städtische Ordnungsamt hat die Sicherung zur Straße hin mittels Absperrungen verfügt. Lange soll dieser Zustand nun nicht mehr andauern. Das Haus wird demnächst abgerissen, sagt auf Anfrage der Ordnungsreferent der Stadt Schweinfurt, Jan von Lackum.

Auftrag bereits vergeben

Laut von Lackum läuft die verkehrsrechtliche Anordnung zur Sperrung der Kreuzung zum Wochenende aus. Der Ordnungsreferent weiß, dass der Eigentümer bereits eine Schweinfurter Firma mit dem Abbruch des Gebäudes beauftragt hat. Dieser Tage sei der Bauherr noch einmal gebeten worden, mit dem Abriss zu beginnen. Allerdings müsse dazu das ans Unglücksgebäude wie eine Doppelhaushälfte angebaute Nachbarhaus für diese Abbrucharbeiten entsprechend gesichert werden.

Die Explosion hatte am 3. Dezember ein größeres Aufgebot an Feuerwehr, THW und Polizei in Bewegung gesetzt. Um 12.04 Uhr war die Einsatzmeldung bei der Ständigen Wache der Feuerwehr eingegangen. Die rückte sofort mit vier großen Fahrzeugen aus, war zu diesem Zeitpunkt doch mit allem zu rechnen - ausströmendem Gas und weiterer Explosionsgefahr. Das Technische Hilfswerk eilte mit drei Fahrzeugen herbei, die Polizei mit mehreren Einsatzwagen, sowie ein Rettungsfahrzeug. Graubeiger Mörtelstaub bedeckte die Nikolaus-Hofmann-Straße und drei Autos, die nur wenige Meter von der eingefallenen Hausmauer entfernt abgestellt waren.

Was war passiert? Der 74-jährige Hauseigentümer und ein 59-jähriger Helfer hatten in dem unbewohnten Haus Renovierungsarbeiten erledigt und dabei in einem Zimmer im Erdgeschoss mit einem Gasofen geheizt. Die Propangasflasche war aber nicht richtig am Ofen angeschraubt worden, wie es sein sollte, sondern nur "gesteckt".
Letztlich konnte durch diese lose Verbindung Gas austreten, das sich - weil es schwerer ist als Luft - eine Zeitlang unbemerkt am Boden ansammeln konnte, und dann wohl beim Entzünden explodiert ist. Eine Verpuffung brachte die komplette Giebelwand zum Einsturz.

Die mangelhafte Verbindung zwischen Ofen und Gasflasche ist Feuerwehrleuten sofort aufgefallen, noch bevor sie den Ofen zur Sicherstellung und Untersuchung aus dem Zimmer im Erdgeschoss hinaustrugen.

Der Eigentümer und sein Helfer hatten erhebliches Glück, dass sie bei dem Unglück nicht verletzt wurden. Anrainer hatten berichtet, dass in dem seit langemleer stehenden Gebäude seit Tagen Bohr- und Flexgeräusche zu hören waren, die auf Renovierungsarbeiten hingedeutet hätten. Immerhin war dank der Stadtwerke-Experten vor Ort schnell klar, dass das Gebäude zwar über einen Erdgasanschluss verfügte, der aber abgeklemmt war. Damit konnte weitere Explosionsgefahr ausgeschlossen werden.

Ähnlicher Fall

Das Unglück am Schelmsrasen erinnert an eine ähnliche Explosion am 16. Februar 2013. Damals hatte eine explodierende Gasflasche in der Jägerstraße fast eine Doppelhaushälfte zur Giebelseite hin wie eine Sardinenbüchse geöffnet und den Wohnungsinhaber schwer verletzt. Ursache: Der Bewohner hatte, weil ihm der Strom abgestellt worden war, unsachgemäß mit Gas aus Gasflaschen geheizt. Stefan Sauer