Die Klos und der Eingangsbereich haben muffig gerochen bis gestunken, wenn's heiß war. Deckenplatten waren gebrochen, im Winter tropfte Kondenswasser von den Alurahmen der Fenster. Anmutung der 15 Klassenzimmer: wie in den 1970er Jahren. Jetzt ist der Ofra-Bau, Behelfsschulcontainer der FOS/BOS Schweinfurt, zwar immer noch so alt wie vorher, aber optisch aufgefrischt, die Toiletten sind stellenweise bunt und vor allem: sie stinken nicht mehr.
Die entscheidendste Neuerung aber ist die moderne Unterrichtstechnik mit neuen Tafeln, Beamer, Computer und Internetzugang. Doch von den 15 Räumen sind erst fünf damit ausgestattet, sowie mit neuem Mobiliar - Tischen und Stühlen - für die heranwachsenden Schüler. Das alte hatte bei den Älteren Erinnerungen an 70er-Jahre-Grundschulen wach gerufen. Die übrigen zehn Räume werden im kommenden und dem übernächsten Jahr noch damit ausgestattet, sagte FOS/BOS-Schulleiter Harald Bauer beim Fototermin in der Schule.
In diesem Jahr habe die Stadt- und Wohnbau GmbH die vom Zweckverband FOS/BOS in Auftrag gegebenen Sanierungs- und Verschönerungsmaßnahmen am Ofra-Bau durchgeführt, so Geschäftsstellenleiter René Gutermann bei der Sitzung der FOS/BOS-Verbandsräte. 128 000 Euro standen zur Verfügung, um im Klo neue Leitungen und Pissoirs einzubauen, die Wände teils mit farbigen "Schichtstoffplatten" zu "beplanken", in Fluren und Eingangsbereich zu malern, und einen Teil der Unterrichtsräume mit neuen Tischen, Stühlen, Tafeln und Vorhängen zu bestücken sowie technisch-medial etwas aufzurüsten.
Die veranschlagten Kosten für Elektroinstallation und Vorhänge wurden um 30 000 Euro unterschritten, so dass die gesamte Modernisierung statt der veranschlagten 128 000 nur 88 000 Euro verschlungen hat. Für Raumluftmessungen und Brandschutz wurden 2013 bereits 6000 Euro ausgegeben.
"Ich will nicht sagen, dass es jetzt richtig Spaß macht, dort aufs Klo zu gehen", flachste Gutermann. "Die starke Geruchsbelästigung in den Toiletten ist jetzt weg", bestätigte Schulleiter Bauer auf die Frage von Karl-Heinz Kauczok. Klaus Rehberger meinte, die Beharrlichkeit einiger Verbandsräte habe doch zu einem akzeptablen Ergebnis geführt.
"Wir wissen ja, es ist keine Sanierung, sondern die kosmetische Reparatur einer 80-Jährigen", relativierte der Schulleiter die Sanierungsrhetorik. Tatsächlich zeigen allein die antiquierten Fußbodenplatten und Leisten in Treppenhaus und Toiletten, die Wände und die Fußböden in den Klassenzimmern, auf welch bescheidenem Niveau "saniert" worden ist. Das Langzeitprovisorium soll beziehungsweise muss halt noch ein paar Jahre halten, bis Klarheit herrscht, an welcher Stelle die zerfaserte Friedrich-Fischer-Schule mit ihren Auslagerungen in Dittelbrunn, Kolpinghaus und zwei Berufsschulen endlich an einem Standort zusammengeführt werden soll.
Immerhin: An Lettland erinnerten die Schulkos jetzt nicht mehr, sagte ein Verbandsrat in Anlehnung an eine Bemerkung des Kreisrats Ewald Öftring im Januar 2012. Der hatte damals anlässlich einer Besichtigung des Schulcontainers durch die Freien Wähler gesagt: "Solche Toiletten sehe ich, wenn wir im Comenius-Austauschprogramm für europäische Schulen in Estland oder Lettland unterwegs sind."
In den Fluren sind an einigen Stellen auf Schulterhöhe bunte Blechtafeln angeschraubt, deren Sinn sich nicht auf Anhieb erschließt. "Dahinter waren früher Kleiderhakenleisten", erklärt Bauer, "die haben wir weggemacht, weil die Schüler dort sowieso nichts mehr aufgehängt haben wegen der Gefahr, dass es abhanden kommt." Farbige Bleche verdecken jetzt die offenen Stellen.
"Manche Kritiker sagen jetzt, das Gebäude sei bunt wie eine Grundschule" so Gutermann bei der Verbandssitzung. Der Ofra-Bau jetzt mit einem Hauch von Villa Kunterbunt - die größeren Flächen sind nach wie vor hellgrau. Den muffigen Begleitton vermisst allerdings niemand.

Der Ofra-Bau