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Prozess

Prozess um tödlicher Brückeneinsturz in Unterfranken: Angeklagter weist Vorwürfe zurück

Prozessauftakt nach Brückeneinsturz: 2016 ist in Unterfranken eine Autobahnbrücke eingestürzt. Dabei kam ein Bauarbeiter ums Leben, 14 weitere wurden verletzt. Einer der drei Angeklagten hat die Vorwürfe nun zurückgewiesen.
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  • 2016 stürzte Teile der Schraudenbach-Talbrücke an der A7 ein
  • Durch das Unglück in Unterfranken kam ein Arbeiter ums Leben, 14 Menschen wurden verletzt
  • Urteil frühestens im Februar 2020
  • Alle Informationen zum Prozess im Überblick:

 

Update, 06.11.2019: Prozessauftakt - Angeklagter weist Vorwürfe zurück

Der angeklagte Statiker hat zum Prozessauftakt die Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. Wie die Deutsche Presse-Agentur mitteilt, argumentierte der Angeklagte, die ausführenden Baufirmen hätten sich nicht an seine Planungen gehalten. Wäre dies geschehen, wäre das Gerüst nicht eingestürzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann fahrlässige Tötung und gefährliche Körperverletzung in 14 Fällen vor. Zwei weitere Ingenieure sind wegen Fehlern bei der Abnahme der Planung angeklagt. Vor den drei Angeklagten steht ein langwieriger Prozess wegen der komplexen Thematik. Frühestens im Februar 2020 wird ein Urteil gesprochen.

Update, 07.10.2019: Prozess gegen Ingenieure beginnt im November

Circa drei Jahre nach dem tödlichen Brückeneinsturz bei Werneck (Kreis Schweinfurt) beginnt Anfang November 2019 der Prozess in Schweinfurt. Ab dem 6. November 2019 stehen drei Ingenieure vor Gericht, wie ein Sprecher des Amtsgerichts der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ihnen wird demnach fahrlässige Tötung und Körperverletzung vorgeworfen.

Insgesamt sind 13 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil im Brückeneinsturzprozess könnte im Februar 2020 fallen.

Update, 21.09.2017: Gutachten zu Brückeneinsturz belastet Statiker schwer

Laut dem nun vorliegenden Gutachten ist die Einsturzursache des Traggerüstes während des Betonierens im Bauabschnitt 3 ein Stabilitätsversagen einer Gerüststütze, eines sogenannten Joches, infolge mangelnder Horizontalsteifigkeit einer Jochverbindung. Verbindungselemente sollen unterdimensioniert gewesen sein, wodurch die Joche instabil geworden seien und es dadurch zum Einsturz gekommen sei.

Bei Auswertung der Unterlagen haben sich laut den Ermittlern Hinweise darauf ergeben, dass Statik und Ausführungsplanung hinsichtlich bestimmter Verbindungen nicht übereinstimmen. Die ungeeignete Konstruktion dieser Verbindungen ist nach den Ausführungen des Gutachtens "als primäre Einsturzursache anzusehen".

Aufgrund dieser Aussagen sind weitere Ermittlungen gegen die für die Berechnung der Statik und für die Erstellung der Ausführungszeichnungen Verantwortlichen sowie den zusätzlich eingebundenen Prüfingenieur erforderlich.

Zwölf Monate sind vergangen, seit das Traggerüst des Neubaus der Schraudenbach-Brücke an der A7 eingestürzt ist und ein Bauarbeiter starb: Was ist seitdem passiert?

Brückeneinsturz an A7 bei Werneck

Im Juni 2016 stürzten Teile der sich im Bau befindlichen Schraudenbach-Brücke an der A7 in Unterfranken ein. Ein Traggerüst war bei Arbeiten an der Brücke eingebrochen, Bauarbeiter stürzten in die Tiefe. Ein 38-jähriger Arbeiter kam dabei ums Leben.

Am 15. Juni 2016 im Zuge der Erneuerung der Talbrücke Schraudenbach südlich des Autobahnkreuzes Schweinfurt/Werneck bei Betonierarbeiten zu einem Zusammenbruch des Traggerüsts. Dreizehn Bauarbeiter wurden mitgerissen. Ein Bauarbeiter fand dabei den Tod, vierzehn Personen wurden bei dem Einsturz verletzt, davon vier lebensgefährlich und sechs schwer.