Vikt. Aschaffenburg - FC 05 Schweinfurt (Samstag, 14 Uhr)

Man muss im Kalender bis zum 7. März zurück blättern, um das letzte Spiel des FC 05 in der Regionalliga Bayern zu finden: Die erste Pflicht-Partie 2020 ging den Schweinfurtern mit einer 1:2-Niederlage beim SV Heinstetten daneben; es geht am Samstag, 14 Uhr, demnach bei Verfolger Viktoria Aschaffenburg um den ersten Sieg in diesem Jahr. Vergangene Woche war ja die Begegnung gegen den VfR Garching wegen einem Corona-Vorfall in dessen weiterem Umfeld abgesagt worden.

Was 05-Trainer Tobias Strobl verärgerte, wie er sich überhaupt genervt zeigt von den zahlreichen Spielabsagen und - verlegungen, sowie dem zusätzlichen Hickhack um das DFB-Pokal-Spiel gegen Schalke 04. Vor wenigen Tagen hatte Türkgücü München seine Ansprüche erneuert und ein Verfahren gegen den BFV vor dem Obersten Landesgericht erwirkt. Das soll eine Entscheidung durch ein vom Verband angestrebtes Schiedsgericht verhindern.

"Die Mannschaft zeigt sich von all dem unbeeindruckt; aber im Trainerteam gibt's schon schlechte Laune. Eine Woche spielen, eine Woche nicht - das nervt", so Strobl. "Wir wollen endlich unseren Wettkampf-Rhythmus finden".

Mehr Räume, mehr Chancen?

Dass es ausgerechnet zur Viktoria geht, wo der FC 05 vor wenigen Wochen im Ligapokal mit 3:0 gewonnen hat, passt dem Trainer in den Kram - gleichwohl 800 Fans erlaubt sein sollen, die nahezu ausschließlich das Heimteam anfeuern dürften.

"Das ist eine Mannschaft, die aktiv am Spiel teilnimmt. Das macht meinen Jungs mehr Spaß, wenn sie auch hinten das ganze Spiel über wachsam sein müssen." Mehr Räume, mehr Chancen - so in etwa Strobls Hoffnung nach zuletzt nur einem Treffer in zwei Ligapokal-Partien.

Zum Vergleich: Aschaffenburg hat zuletzt in drei Pflichtspielen sieben Treffer erzielt und dreimal gewonnen. "Es liegt aber auch an uns, wieder mehr und bessere Lösungen zu finden", so Strobl.

Dass hierfür eine effektive Eröffnung von hinten der Schlüssel sein kann, weiß auch FC-05-Verteidiger David Grözinger. "Ich könnte schon den ein oder anderen Risikoball spielen", sagt der 21-Jährige, der im Sommer vom VfB Stuttgart gekommen war, dessen Nachwuchsmannschaften er durchlaufen hatte und in dessen Zweitliga-Kader er letzte Saison zweimal gestanden hatte - ehe ihn mehrere Verletzungen, unter anderem eine Meniskus-OP, aus der Bahn warfen.

"Er ist bei uns bestimmt nicht auf einer Langzeit-Station", sagt sein Coach. "David muss wieder in den Profifußball, wo er hingehört." Warum nicht mit dem FC 05 erst einmal in die Dritte Liga? "Auch möglich", so Grözinger. "Ich verfolge, wie wir alle, den einen Plan."

Nicht plangemäße Position

Plangemäß ist seine derzeitige Position nur bedingt. Aus personellen Gründen muss der "technisch versierte" (Grözinger über Grözinger) Abwehrspieler, "der nicht der lauteste auf dem Platz ist" (abermals Grözinger über sich selbst), bisweilen vom linken Außenverteidiger-Posten in die defensive Zentrale rutschen.

"Die Mannschaft hat mir die Umstellung leicht gemacht", ist er angetan vom Zusammenspiel mit seinen neuen Kollegen. Verrät aber trotzdem, dass es ihm auf der Außenbahn besser gefällt: "Da kann ich meine offensiven Qualitäten besser ausspielen." In Fürth gelang ihm beim 1:1 der Führungstreffer.

In Aschaffenburg, wo Strobl zu erhöhter Wachsamkeit mahnt, Ballverluste und Standards in Tornähe vermeiden will, dürfte der Schwabe erneut gesetzt sein. Mutmaßlich eher innen statt links, denn Lamar Yarbrough laboriert noch an einer Knie-Blessur. Ein Fragezeichen steht ansonsten hinter Emir Bas (Oberschenkel), sicher fehlen werden nur Stefan Kleineheismann und Ronny Philp. Mit den beiden Langzeitverletzten ist 2020 nicht mehr zu rechnen.