Überraschende Wende im Missbrauchsprozess um Priester in Unterfranken: Vor mehr als zehn Jahren hatte ein Priester aus Unterfranken eine damals zwölf Jahre alte Ministrantin missbraucht. Der 43-Jährige war dafür im August 2019 zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Staatsanwaltschaft und Anklage legten zunächst gegen das Urteil Berufung ein. Nun zogen sie den Antrag jedoch zurück.

Update vom 18.02.2021: Wende in Missbrauchsprozess um Pfarrer - Berufung zurückgezogen

Im Berufungsprozess um den sexuellen Missbrauch einer Ministrantin durch einen Priester haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Berufung zurückgenommen. Das erklärten beide am Donnerstag vor dem Landgericht Schweinfurt. Damit ist das Urteil des Amtsgerichts Bad Kissingen vom vergangenen August rechtskräftig. (Az. 8 Js 1298/19)

Damals war der Pfarrer wegen Kindesmissbrauchs zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt worden. Das Schöffengericht setzte die Strafe zu drei Jahren Bewährung aus. Zudem muss der 43 Jahre alte Deutsche 1200 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Der frühere Kaplan einer unterfränkischen Gemeinde im Landkreis Bad Kissingen war um das Jahr 2010 mit der damals Zwölfjährigen intim. Dies sei einvernehmlich geschehen, sagte das Opfer mehrmals vor Gericht, das dies in seinem Urteil bestätigte. Weil das Mädchen damals aber unter 14 war, verurteilte das Amtsgericht den Mann wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Nach Paragraf 176 des Strafgesetzbuches werden sexuelle Handlungen an einer Person unter 14 Jahren mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Es kommt dabei nicht auf die Frage einer möglichen Einvernehmlichkeit an.

Ursprüngliche Meldung: Priester für Kindesmissbrauch zu Bewährungsstrafe verurteilt - sie war in ihn verliebt

Ein Priester muss sich von Donnerstag (18.02.2021) an wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer Ministrantin erneut vor dem Landgericht Schweinfurt verantworten. Der frühere Kaplan einer unterfränkischen Gemeinde hat nach Überzeugung der Anklage vor mehr als zehn Jahren das damals zwölfjährige Mädchen sexuell missbraucht.

Das Amtsgericht Bad Kissingen hatte den 43 Jahre alten Pfarrer im vergangenen August wegen Kindesmissbrauchs zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt. Das Schöffengericht setzte die Strafe zu drei Jahren Bewährung aus. Zudem sollte der Deutsche 1200 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung legten gegen dieses Urteil Berufung ein - nun muss sich das Landgericht mit den Vorwürfen befassen. Zwei Verhandlungstage sind angesetzt. Das Urteil könnte bereits an diesem Freitag fallen.

Das mutmaßliche Opfer hatte im ersten Prozess eingeräumt, damals in den Priester verliebt gewesen zu sein. Trotz anfänglicher Ablehnung soll sich der katholische Geistliche um das Jahr 2010 herum dann doch auf Intimitäten mit der Schülerin eingelassen haben. Den Vorwurf des Kindesmissbrauchs wies er allerdings schon bei seiner polizeilichen Befragung im Frühjahr 2019 von sich.