Am Freitagabend (2. September 2022) fand im Sachs-Stadion das unterfränkische Regionalliga-Derby zwischen dem 1. FC Schweinfurt 05 und dem FC Würzburger Kickers statt. Die Schweinfurter Polizei war mit Unterstützungskräften im Einsatz, um einen friedlichen Verlauf und möglichst wenige Beeinträchtigungen für die Schweinfurter Bevölkerung zu gewährleisten. Über den Abend berichtet das Polizeipräsidium Unterfranken in einer Pressemitteilung.

Bereits von Beginn an hatten die polizeilichen Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. Sowohl zahlreiche Heim- aber auch Gästefans hatten sich im Stadtgebiet formiert, um gemeinsam zum Stadion zu marschieren. Die Fanmärsche wurden bis zu deren Eintreffen am Stadion von der Polizei begleitet. Bis zum Anpfiff hatten sich dort insgesamt bis zu 3.700 Zuschauer eingefunden. Die Stimmung unter den gegnerischen Fanlagern war von Beginn an teils spürbar aufgeheizt.

Regionalliga-Derby: Ausschreitungen bei Schweinfurt gegen Würzburg

Ein polizeiliches Einschreiten war erforderlich, als Einsatzkräfte bereits vor Anpfiff der Partie von heimischen Fans massiv bedrängt, beleidigt und mit Gegenständen beworfen wurden. In dieser Situation kam es zu einem Pfeffersprayeinsatz gegen mehrere Aggressoren, wobei auch ein 13-Jähriger unbeabsichtigt in die Pfefferspraywolke geriet. Schwerwiegend verletzt wurde hierbei glücklicherweise niemand.

Im Verlauf des Spiels kam es in beiden Fanblocks immer wieder zum Abbrennen von Pyrotechnik. Die Polizei veranlasste mehrmals Lautsprecherdurchsagen, um auf die dadurch resultierenden Gefahren hinzuweisen. Darüber hinaus wurden Fanartikel in Brand gesetzt und zum Teil auch brennende Gegenstände und Knallkörper auf Einsatzkräfte von Polizei und Ordnungsdienst geworfen. Auch hierbei wurde niemand schwerwiegend verletzt. Lediglich Kleidungsstücke und Uniformteile wurden beschädigt. Das wiederholte Abbrennen von Pyrotechnik hatte zwischenzeitlich auch zu einer Spielunterbrechung geführt. 

Nach Spielende war die Polizei am Volksfestplatz schnell zur Stelle, als sich drei Fans an den Reifen von geparkten Kleinbussen zu schaffen machten. Die Beamten stellten die Personalien der Männer sicher. Eine Überprüfung ergab, dass an mindestens zwei Fahrzeugen Luft aus den Reifen gelassen wurde. Sachschäden konnten bislang jedoch nicht festgestellt werden.

Polizei "in Zivil" im Stadtgebiet unterwegs

Um weitere Sicherheitsstörungen zu verhindern, ist die Polizei nach wie vor mit uniformierten und zivilen Einsatzkräften im Stadtgebiet präsent. Ein Großteil der Fans ist inzwischen jedoch abgereist. Um ein Aufeinandertreffen rivalisierender Gruppen zu vermeiden, wurden insbesondere die abreisenden Gästefans auf ihrem Rückweg zum Bahnhof von der Polizei begleitet. Auch hier versuchten abermals Schweinfurter Fans dies zu stören, was durch starke Polizeipräsenz unterbunden werden konnte.

Tatkräftige Unterstützung erhielt die Polizeiinspektion Schweinfurt unter anderem von Einsatzkräften der Zentralen Einsatzdienste aus Würzburg, Schweinfurt und Aschaffenburg und der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Auch die Bundespolizei war im Einsatz, um die Sicherheit im Bereich des Bahnverkehrs sowie des Hauptbahnhofs zu gewährleisten.