Am Nachmittag läuteten die Telefone bei zwei Senioren im Alter von 85 und 64 Jahren in den Stadtteilen Deutschhof und im Musikerviertel.
Am Telefon stellte sich jeweils ein Rechtsanwalt vor und gab an, dass die Tochter der Angerufenen einen Unfall verursacht habe. So sei sie von der Treppe gestürzt und dabei auch ein Kleinkind schwer verletzt worden.

Um ein drohendes Strafverfahren gegen die angebliche Tochter jetzt abwenden zu können und auch für die nötige Operation des angeblich schwer verletzten Kindes sei nun die Zahlung von Geld nötig. In einem Fall wurden gar 30.000 Euro gefordert und eine weinende Frau übernahm den Hörer und gaukelte vor, die Tochter der Angerufenen zu sein. Bedauerlicherweise waren die Täter in einem Fall erfolgreich und es kam zur Übergabe von 900 Euro an einen unbekannten Geldabholer.

Die Kripo Schweinfurt hat die Ermittlungen übernommen und warnt erneut eindringlich vor den dreisten Straftätern. Die Polizei rät dringend erneut dazu, niemals Geld an Unbekannte zu übergeben. Im vorliegenden Fall Am Deutschhof handelte es sich bei dem Geldabholer um einen etwa 35-jährigen Mann, der etwa 170 Zentimeter groß und von kräftiger Figur war. Er hatte eine gepflegte Erscheinung und trug eine graue Jacke mit Knopfleiste sowie eine dunkle Hose. Zeugen, denen diese Person am Nachmittag aufgefallen ist - möglicherweise war der Geldabholer auch mit einem Auto unterwegs - werden gebeten, sich unter Telefon 09721/202-1731 zu melden.