Mit einem Einsatz der etwas anderen Art waren zwei Beamte der Polizeiinspektion Schweinfurt am Montag beschäftigt. Was sich zunächst als Blumendiebstahl in großem Umfang
darstelle, stellte sich letztenendes lediglich als gutgemeinte Umpflanzungsaktion heraus.

Um die Mittagszeit meldete sich eine Passantin telefonisch bei der Wache und teilte mit, dass sie vor kurzem zwei betagte Frauen beim Diebstahl von einer großen Menge von Blumen von einer Verkehrsinsel auf der Maininsel beobachtet hat. Zum Beweis schickte die Zeugin auch gleich noch zwei Fotos von der Aktion anschließend zur Wache. Hierauf waren zwei betagte Damen zu sehen, die eine in einem Rollstuhl sitzend, die andere einen Rollator schiebend, welche im großen Stil Blumen an einer Verkehrsinsel ausgruben und in mitgebrachte Obststeigen "verluden".

Wie die Polizei mitteilte, machten sich sogleich zwei Beamte mit den Beweisfotos zum Tatort auf und fanden dort auch die teilweise leergeräumte Verkehrsinsel vor.

Die weiteren Recherchen führten die Beamten nun in ein nicht weit davon gelegenes Alten- und Pflegeheim und siehe da, rund um das Heim fanden sich die zuvor entwendeten Blumen, frisch eingepflanzt, wieder.

Nach Vorlage der Beweisfotos wurden die "Täterinnen" vom Pflegepersonal sofort erkannt und gleich daraufhin aufgesucht.

Nach einem längeren und angenehmen "Kaffeeplausch" mit den beiden Seniorinnen stellte sich der ganze Sachverhalt dann jedoch nicht als Diebstahl, sondern lediglich als eine Art "Gute Tat" dar.

Am Morgen des Montags waren die beiden Heiminsassinnen nämlich auf ihrer "Spazierfahrt" auf der Maininsel auf die Stadtgärtner getroffen. Bei einem netten Gespräch erfuhren die Damen dann, dass im Laufe des Montags die Blumen auf der Verkehrsinsel ausgepflanzt, entsorgt und durch neue ersetzt werden sollten.

Daraufhin baten sie die Männer, die Blumen holen zu dürfen und damit den Bereich um das Heim verschönern zu können, was ihnen dann auch sofort zugesagt wurde.

Gesagt getan, rollten beziehungsweise fuhren beide heim, versorgten sich mit den notwendigen Obststeigen für den Transport und gruben die Blumen aus. Zuhause angekommen wurden sie von ihnen in den Heimbeeten sofort wieder eingepflanzt.

So nahm die Geschichte zum Schluss für alle Beteiligte ein gutes Ende.