Im vergangenen Jahr wurde die Polizei in ganz Unterfranken alleine in der Freinacht zu 278 Einsätzen gerufen. Das Gros waren Ruhestörungen. Allerdings war es auch beinahe 30-mal zu Streitereien gekommen, die zum Teil auch handfest ausgetragen wurden. Über 20-mal beschäftigten renitente Festbesucher die Einsatzkräfte. In vielen Fällen war bei den Beteiligten reichlich Alkohol im Spiel, darunter auch 13-mal in einer Menge, die dazu führte, dass Personen ohne fremde Hilfe ihren Weg nicht mehr alleine fortsetzen konnten. Angegangene Maibäume, alkoholisierte Autofahrer und zahlreiche weitere Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum waren Beleg dafür, dass der ein oder andere den Bereich des groben Unfugs doch zum Teil erheblich überschritten hatte.

Wenn in der Freinacht dem Brauchtum entsprechend kleine Scherze gemacht werden, ist dies sicherlich unproblematisch. Grenzen findet die Tradition allerdings dann, wenn beispielsweise fremdes Eigentum mutwillig beschädigt wird. Speziell das Umsägen von bereits aufgestellten Maibäumen stellt darüber hinaus auch noch eine unkalkulierbare Gefahr dar. Unkontrolliert umfallende Bäume sind besonders in Wohngebieten sowohl für die Verursacher als auch Unbeteiligte lebensgefährlich und können an Gebäuden erhebliche Schäden anrichten. Dass auch der Umgang mit Motorsägen - teilweise sogar noch unter Alkoholeinfluss - erhebliche Verletzungen nach sich ziehen kann, erklärt sich von selbst.


Achten Sie auf Wandergruppen



Aber auch für Verkehrsteilnehmer ist am 1. Mai erhöhte Vorsicht geboten. Gerade im ländlichen Bereich sind besonders auf Ortsverbindungsstraßen gerne Wandergruppen, zum Teil auch mit Bollerwagen, sowie Fahrradfahrer unterwegs. Sowohl Autofahrer als auch Fußgänger sollten sich deshalb trotz Feierlaune rücksichtsvoll und umsichtig verhalten, um Unfälle zu vermeiden. Dass Alkohol im Straßenverkehr nichts verloren hat, ist selbstredend.

Die unterfränkische Polizei wünscht allen Bürgerinnen und Bürgern einen schönen 1. Mai Feiertag. Allerdings werden wir insbesondere um erheblicheren Sicherheitsstörungen konsequent entgegenzuwirken, auch in diesem Jahr mit einer erhöhten Präsenz aufwarten. Diese Marschroute dient auch der großen Mehrzahl der gut gelaunt und friedlich Feiernden. Ihnen wird dadurch gewährleistet, möglichst unbehelligt von Störenfrieden, die Nacht zum 1. Mai verbringen zu können.