Fast täglich, meist ab dem Nachmittag, wird der Verkehr auf der A 7 kurz vor der Talbrücke Schraudenbach zäher. Teilweise stauen sich die Autos aus Richtung Würzburg bis zum Gramschatzer Wald zurück. Bis Ende 2017 wird die knapp 50 Jahre alte Brücke - beziehungsweise die beiden identischen, parallelen Brückenteile - neu gebaut. Autos und Lkw aus Richtung Würzburg und Fulda müssen sich so lange eine Brückenhälfte teilen.
Trotzdem die gute Nachricht: Die Baustelle liegt im Zeitplan. Derzeit wird kräftig an der ersten neuen Brücke gearbeitet. "Wir rechnen damit, dass wir den Verkehr bis Jahresende auf die neue Brücke legen können", sagt Hartmut Metz, Sachgebietsleiter Brückenbau bei der Autobahndirektion Nordbayern. Der rohe Bau soll bis Jahresmitte stehen.
Für Autofahrer bedeutet das, dass sie zwar weiterhin durch eine Baustelle müssen, allerdings wird es innerhalb des einen Kilometer langen Abschnitts nicht mehr ganz so eng zugehen wie jetzt. Der neue Brückenzwilling, auf den dann der Verkehr rollt, wird nämlich vorsorglich für einen möglichen späteren sechsstreifigen Autobahnausbau gebaut. So können die Bauleute den Autos und Lkw ein wenig mehr Platz lassen. Dann folgen Abbruch und Neubau des zweiten Brückenzwillings.
Auf der Baustelle nehmen bereits die neuen Pfeiler Form an. Fünf Meter lange Abschnitte werden dafür vor Ort aus Stahlbeton gegossen, gestapelt und verbunden.
Am Nordende der Baustelle ist das Widerlager fast fertig, das das Erdreich mit der Brücke verbindet. "Ende April wird der erste Brückenabschnitt betoniert", sagt Baustellenleiterin Daniela Rohracker.


Unmegen Beton

Anders als bei vielen Brücken dieser Größenordnung - die Bauwerke werden jeweils 236 Meter lang - wird der Überbau hier nicht am Rand vorbereitet und dann Stück für Stück über die Pfeiler geschoben, sondern an Ort und Stelle betoniert. Die Bauleute setzen mithilfe zusätzlicher Hilfsstützen abschnittsweise eine Schalung auf die Brückenpfeiler, die dann mit Beton ausgegossen wird.
Da wird einiges an Material gebraucht: Pro Abschnitt sind es 600 Kubikmeter. Bei je sechs Abschnitten pro Brücke werden also allein für den Überbau 7200 Kubikmeter Beton gebraucht. Das sind überschlagen mehr als 50 000 Badewannen.
Metz und Rohracker sind bislang zufrieden mit dem Baufortschritt. Zwar hat es schon Verzögerungen gegeben, etwa, als man bei den Abbrucharbeiten auf alte Hilfsfundamente stieß, oder als eine beauftragte Firma Probleme mit einer Baumaschine hatte. Das liege aber alles noch im Normalbereich. "Überraschungen gehören beim Bau einfach dazu", sagt Bauingenieurin Rohracker. Nike Bodenbach