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Schwebheim
Mundschutz

Maske mit Gesicht: Fränkische Druckerei wird in Corona-Krise erfinderisch

In Unterfranken werden Schutzmasken mit Gesichtsdruck hergestellt. In der Corona-Krise wurde der Hersteller erfinderisch, da das herkömmliche Geschäft einbrach.
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Die Texitildruckerei Lamasuli von Susanne Arndt suchte sich zusammen mit dem Unternehmen Fotobox-Team ein Nischengeschäft während der Corona-Pandemie. Sie bedrucken den tristen Mundschutz und bedrucken ihn mit Ihrem Gesicht. Foto: Lamasuli

Für viele Unternehmer sind die Zeiten der Corona-Pandemie eine Katastrophe. Wochenlang mussten die Geschäfte geschlossen bleiben, doch selbst nach der Wiedereröffnung war der Umsatz ernüchternd. Auch das Team von Susanne Arndt blieb mit ihrer Firma, der Textil- und Werbemitteldruckerei Lamasuli, nicht verschont. Insgesamt fünf Wochen konnten sie keine bedruckten Pullis, T-Shirts oder Accessoires in ihrem Laden im unterfränkischen Schwebheim (Kreis Schweinfurt) verkaufen.

Ein Nischenprodukt musste die Kunden nach der Wiedereröffnung in den Laden locken. Die Idee der bedruckten Masken lag da natürlich sehr nahe, doch Susanne Arndt konnte sich zunächst nicht zur Innovation durchringen. Aus Zufall meldete sich die Firma Fotobox-Team aus München, die ebenfalls nach einem Nischengeschäft suchte. Kurzerhand ergab sich eine Kooperation. Die Fotomaske war geboren. 

Mundschutz mit Gesicht - trotz Maske ein Lächeln auf den Lippen

"Wir haben seit den Masken richtig was zu lachen", sagt die Susanne Arndt zu inFranken.de. Der Mund-Nasen-Schutz soll keine eins-zu-eins-Abbildung der Person werden, da das Gesicht zwangsläufig etwas vergrößert dargestellt wird, weil der bedruckbare Bereich der Maske einschließlich der Wangenpartie ausgefüllt werden muss. Auf diese Weise ist beispielsweise eine Gesichtserkennung via Smartphone ausgeschlossen. 

Unabhängig davon sei es am wichtigsten gewesen, eine realitätsnahe Maske herzustellen, erklärt Arndt. Laut der Gründerin wird seitdem es das neue Maskenangebot gebe, im Schwebheimer Geschäft viel gelacht. Der Spaßfaktor stehe beim bedruckten Mundschutz im Vordergrund. Auch Partner Fotobox bezeichnet die Maske als "Scherzartikel". 

Masken-Innovation aus Schwebheim: So wird der Mundschutz hergestellt

Die verwendeten Mundschutze bestehen auf der bedruckten Seite aus Polyester, auf der Innenseite aus Baumwolle. Bei einer Temperatur von 190 Grad Celsius wird ein Foto des Kunden mit einer Textilpresse auf den Mundschutz gepresst. Dieser Vorgang wird auch als "Sublimationsdruck" bezeichnet.

Durch die Hitze geöffnete Polyesterfasern füllen sich auf diese Weise mit Farbe, die, sobald die Maske abkühlt, darin versiegelt ist. Gedruckt wird in Schwebheim, die Abwicklung des Maskengeschäfts übernimmt Fotobox in München. 

Personalisierte Gesichtsmaske: So einfach geht's

  • Foto: Zunächst wird eine Fotoaufnahme benötigt. Dieses kann auf der Homepage  über ein Formular hochgeladen werden. "Achte darauf, dass dein vollständiger Kopf als Porträt, also frontal von vorne fotografiert ist. Bitte wenn möglich auch keine Brille tragen", teilt Fotobox mit. Eine hohe Auflösung sowie eine ausreichende Belichtung wird empfohlen. 

  • Größen: Die Hersteller bieten verschiedene Maskengrößen an. Für Kinder ab 9 Jahren ist beispielsweise "M" geeignet, für Erwachsene eher Größe "L". 

  • Preis: Ein Mund-Nasen-Schutz liegt bei einem Preis von 15 Euro inklusive Versand.

  • Reinigung: Das Säubern der Masken ist bei einem Waschgang mit 60 Grad möglich. Das beidseitige Bügeln wird aufgrund des Farbdrucks nicht empfohlen. Eine allgemeine Anleitung zur Reinigung finden Sie hier

In Schwebheim: Maske auch innerhalb von zehn Minuten möglich

Die besten und realistischsten Ergebnisse werden allerdings im Schwebheimer Laden direkt erzielt. Vor Ort befindet sich eine Fotobox der Münchner Partnerfirma, in der man sich unter mehreren Versuchen perfekt ablichten lassen kann. Anschließend wird der Schutz direkt von Lamasuli bedruckt und der Kunde erhält im besten Fall binnen zehn Minuten seine personalisierte Maske.

Stefanie Negele