Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) wird mit ihrem Standort Schweinfurt neuer Kooperationspartner der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher
(IJF). Der Verein sieht sich im Dreieck von Bildung, Forschung und Wirtschaft - und will Schweinfurter Schüler für technische Berufe und Studiengänge gewinnen. Darum will die IJF intensiv mit Schulen zusammenarbeiten und Projekttage und Lehrerfortbildungen anbieten. "Wir entwickeln Konzepte, wie man Schüler für naturwissenschaftliche Themen und Zukunftstechnologien begeistern kann. Diese bieten wir dann unseren Hochschulpartnern an", sagte Christoph Petschenka, Geschäftsführer der IJF zum Start der Zusammenarbeit an der Wilhelm-Sattler-Realschule. Die Hochschulen können mit diesen Konzepten dann an Schulen herantreten und Themen wie Nanotechnologie oder Bionik in den naturwissenschaftlichen Unterricht einbringen.
Die Projektarbeit an den Schulen übernehmen dabei Studenten der beteiligten Hochschulen. Zum Auftakt in Schweinfurt besuchten Studenten der FHWS zwei neunte Klassen der Sattler-Realschule mit Konzepten zum Thema Leichtbau. Bei diesem Forschungsfeld kommt es darauf an, bei Bauteilen möglichst viel Gewicht einzusparen, zum Beispiel durch Carbonmaterialien. "Leichtbau stellt an unserem Standort Schweinfurt einen Schwerpunkt in der Forschung dar", sagte Jochen Seufert, Professor für Physik und angewandte Informatik an der FHWS.
Seufert ist zugleich Mitglied im Vorstand der IJF. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Würzburg wird vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Die FHWS mit ihren naturwissenschaftlich-technischen Einrichtungen in Schweinfurt wird nach der Hochschule in Augsburg der zweite regionale Stützpunkt der IJF. "Unsere Stadt steht wirtschaftlich im Moment genial da. Aber wir haben trübe Aussichten, wenn wir jetzt nicht Dinge bewegen", sagte Schweinfurts Zweite Bürgermeisterin Sorya Lippert auf der PK. Die IJF will mit ihren Projekten dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel entgegensteuern. "Unsere Aufgabe als Hochschule ist es, die regionale Wirtschaft mit Ingenieuren zu versorgen. Davon profitieren die Unternehmen hier vor Ort", sagte FHWS-Professor Seufert.
In den neunten Klassen an der Sattler-Realschule sah das Werben um Nachwuchs-Fachkräfte so aus: Unter Anleitung von Studenten führte eine Klasse physikalische Experimente durch. Eine andere Klasse baute aus möglichst wenig Papier und Klebestreifen eine Brücke, die ein Gewicht tragen kann. "Das Herzstück unserer Schulbesuche sind Experimente", erklärte IJF-Geschäftsführer Petschenka. Den Jugendlichen soll so trockene naturwissenschaftliche Theorie praxisnah vermittelt werden. Dazu gibt es in der letzten Stunde eine Berufsberatung mit Mitarbeitern von ZF Friedrichshafen. Dass es nicht genug solcher Angebote für Schulen und Schüler geben kann, betonte Georg Harbauer, Leiter der Sattler-Realschule: "Wir müssen unsere Kinder als Schule aufs ganze Leben vorbereiten. Berufsorientierung wird da immer wichtiger." Markus Bergmann