Es gibt immer weniger Äcker, die landwirtschaftliche Fläche nimmt immer weiter ab. Täglich werden bundesweit 73 Hektar zugebaut, mit Wohn- und Gewerbebauten oder mit Straßen. Dass brachliegendes Gelände wieder für die Nahrungsmittelproduktion hergenommen werden könnte, ist das Ziel der Geldersheimer Landwirte. Sie wollen einen Teil der Conn Barracks wieder landwirtschaftlich nutzen.


Guter Boden

Es ist ein Wunsch, der von der Gemeinde unterstützt wird. "Ackerland ist nicht einfach vermehrbar", erläutert Geldersheims Bürgermeister Oliver Brust. In der Diskussion um die Zukunft der ehemaligen Kaserne stehe er zwar zum gemeinsamen Ziel des eigens gegründeten Zweckverbands, einen interkommunalen Gewerbepark dort zu ermöglichen. "Aber die Gewerbefläche muss ja nicht bis zum Ortsrand reichen." Auf Geldersheimer Gemarkung liegen 167,5 Hektar des 202 Hektar großen Kasernengeländes. 33,4 Hektar gehören zu Niederwerrn und 1,2 Hektar zur Stadt Schweinfurt.
Als 1934 bis 1936 das Deutsche Reich den Fliegerhorst baute, wurden die damaligen Grundeigentümer zum Verkauf gezwungen. "Enteignet", nennt es der Landwirt Erwin Pfister, weshalb es für ihn nur recht und billig wäre, wenn die Bauern die Flächen zurückerwerben könnten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Kasernengelände erweitert, und auch die US-Army vergrößerte in den 1950er-Jahren noch einmal die Fläche der Conn Barracks. Dabei gibt es dort besten Boden, wie Bürgermeister Brust weiß. "Der Boden hat eine Bonität von 74 aufwärts", sagt Pfister, einst örtlicher Sprecher der Flurbereinigung. Boden, der auch Wasser speichere und nicht zubetoniert werden dürfe. Pfister ist einer von neun Vollerwerbslandwirten im Ort. Die gesamte Gemarkung der Gemeinde beträgt 1533 Hektar, landwirtschaftlich genutzt werden derzeit 1138 Hektar.


Naturschutz redet mit

Den Vorschlag, auf einem Teil des nicht bebauten Kasernengeländes Landwirtschaft zu betreiben, machte bereits zu Beginn der Konversionsdiskussion, im Herbst 2012, der damalige Ortsobmann des Bauernverbandes, Herbert Warmuth. "Ich war damals der Älteste, als im Schweinfurter Konferenzzentrum bei der Ideenwerkstatt über die Zukunft der Kaserne diskutiert wurde", erinnert sich der 68-Jährige. "Und der Einzige, der den Vorschlag mit der Landwirtschaft einbrachte." Den meisten sei es um Freizeit oder Sport gegangen.
Die Vorstellung der Gelders-heimer Bauern geht dahin, die brache Fläche rund um die von den Amerikanern gebaute zweite Einfahrt, die gegenüber dem Gewerbegebiet etwa 800 Meter ins Kasernengelände führt, zu nutzen, ungefähr 50 Hektar. "Der Grüngürtel würde bleiben", sagt Warmuth. Dass natürlich der Naturschutz bei diesem Wunsch ein gewichtiges Wort mitreden wird, ist dem Landwirt bewusst. Voraussetzung einer landwirtschaftlichen Nutzung ist für ihn allerdings, dass das Feld nicht mit Altlasten der militärischen Nutzung versehen ist. Diese Untersuchung läuft noch. Wenn deshalb kein Anbau mit Lebensmitteln möglich wäre, so die Meinung von Pfister, könnte man aber beispielsweise an Mais für Biogasanlagen denken.