Die Stadt braucht ein Konzept für raschen Ausbau der Breitbandversorgung, meint Stadtrat Werner Bonengel (SPD). Die Stadtwerke-Tochter RegioNet will sich kümmern, aber bis alle am Glasfaser-Turbo hängen, wird es noch dauern.
Im Haupt- und Finanzausschuss hat RegioNet-Geschäftsführer Rainer Vierheilig den Ist-Zustand der Schweinfurter Breitbandversorgung vorgestellt und erläutert, welche Leistungsfähigkeit am meisten nachgefragt wird. Mit Glasfaser erschlossen ist demnach bislang das Maintal. Hafen-Ost und Hainig, wo hauptsächlich Gewerbebetriebe und Industrie angesiedelt sind, sollen in diesem und dem kommenden Jahr folgen.
Hierbei werden Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude verlegt, so dass eine Versorgung bis 1000 MBit möglich sei. Das ist laut Vierheilig in der letzten Aufsichtsratssitzung beschlossen worden. Für Planung und Betrieb des Glasfasernetzes soll die RegioNet zuständig sein. Die Investitionskosten für die Stadtwerke von mehr als 3,8 Millionen Euro komplett durch ein Darlehen finanziert werden.
Die RegioNet biete Leistungsgeschwindigkeiten von 16, 32, 50 und 100 Megabit (MBit) an, neuerdings auch 200 und 300 MBit - allerdings keineswegs flächendeckend. Von 28 000 Haushalten seien bisher nur 520 Kunden der Stadtwerke-Tochter. Das liegt laut Vierheilig daran, dass diese erst seit drei Jahren im Geschäft sei. Stadtrat Adi Schön schilderte jedoch, er hätte, als er Interesse am Wechsel zu RegioNet angemeldet habe, persönlich erscheinen müssen - ein heutzutage zu kompliziertes Prozedere, das ihn letztlich abgeschreckt habe. "Ja, so war das einmal", gab Vierheilig zu - mittlerweile sei das nicht mehr der Fall.

Stark in Neubaugebieten

In Neubaugebieten gewinnt die Stadtwerke-Tochter laut deren Geschäftsführer bis zu 100 Prozent der Haushalte als Kunden. In großen Teilen des Stadtgebiets seien aber Telekom und Kabel Deutschland die Platzhirsche. Bei Privathaushalten sei der kleinste Anschluss von 16 MBit der meistverkaufte.
Und wann liegt der Daten-Highway Glasfaser flächendeckend im Schweinfurter Untergrund? In 15 bis 20 Jahren, sagte Stadtwerke-Chef Thomas Stepputat. Eine "Alleinverlegung" durch die Stadtwerke oder ihre Tochter sei nicht wirtschaftlich. Also wird das eigene Glasfasernetz immer dann miterweitert, wenn wegen Energie- oder Wassernetzarbeiten die Straße sowieso aufgemacht wird. Auch "wenn Kabel Deutschland oder Telekom aufmacht, legen wir gleich mit", so Vierheilig. Stefan Sauer