Je ne regrette rien. Ich bedauere nichts. Diesen Satz lässt sich eine junge Frau im Halbkreis übers Dekolleté stechen. Die Zahl der Mutigen ist groß, die sich bei der 2.
Schweinfurter Tattoo-Convention am Wochenende meist bunte Bilder in die Haut haben ritzen lassen. In der Regel ein immerwährendes Accessoire. Mehrere tausend Besucher sind in die Altmainsporthalle nach Grafenrheinfeld geströmt.
Viele haben sich Anregungen gesucht oder sind nur neugierig gewesen. Dennoch sind die Plätze der 80 Tätowierer an zwei Tagen selten mehr als ein paar Minuten leer geblieben."Tattoos sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen", sagt Manni Walter, einer der Organisatoren. Der Markt für Tätowierungen und Piercings ist unübersehbar. Und solch eine Veranstaltung habe in Schweinfurt gefehlt, so Karl-Heinz Ottl.

Heimvorteil

Sie hat ähnlichen Zuspruch wie die Premiere 2013 in Dittelbrunn. Doch diesmal habe man sich wegen der besseren Parkkapazitäten für Grafenrheinfeld entschieden, die Gemeinde sei sehr aufgeschlossen gewesen. Zudem: Ottl hat als Chef des gemeindlichen Bauhofs einen Heimvorteil. "Wir versuchen die Leute zu halten", erklärt er das Konzept: Deswegen gibt es ein andauerndes Unterhaltungsprogramm. Als am Sonntag der Gewinner der TV-Show "Voice of Germany", Andreas Kümmert, auf die Bühne steigt, war der Andrang besonders groß. Und wohl auch deswegen haben sich auch auffallend viele Familien unter das junge Publikum gemischt.
Die Qualität der Tätowierungen hat sich in den vergangenen Jahren enorm gesteigert, erklären Ottl und Walter. Großflächige Bilder und Motive sind heute angesagt: Einer lässt sich das FC-Bayern-Wappen auf die rechte Wade stechen, eine junge Frau erhält einen aufwändigen Katzenkopf auf die linke Schulter. Das handtellergroße Gemälde kostet 450 Euro. Ein riesiger Totenkopf mit Blumen ziert seit Sonntag den Oberschenkel der Berlinerin Sarah Below. Es ist ihr 17. Tattoo: "Es zeigt meine Persönlichkeit und ist etwas ganz Individuelles." Auch sie bereut nichts.