So weit ist es mit dem FC Schalke 04 schon gekommen, dass sich Trainer Manuel Baum vor dem Pokalmatch gegen den 1. FC Schweinfurt 05 fragen lassen musste, ob der Bundesligist gegen den Viertligist überhaupt Favorit sei. In der Liga ist der Vizemeister von 2018 seit 22 Spielen sieglos, am Dienstag (16.30 Uhr/Sky) im Pokal-Nachholspiel soll nun endlich ein Sieg gegen die Unterfranken her.

"Wir haben unterstrichen, wie wichtig dieses Spiel für uns ist", sagte Schalkes Trainer Manuel Baum zu Gesprächen mit seinen Spielern, denen er nach dem mageren und glücklichen 1:1 gegen den VfB Stuttgart am Freitag keinen freien Tag am Wochenende gegönnt hatte. Zu groß sind die Defizite bei den Königsblauen.

1. FC Schweinfurt hofft auf Pokal-Überraschung gegen Schalke 04

"Wir gehen es an wie ein Bundesligaspiel", sagte Baum zur Spiel-Vorbereitung, die am Montagabend noch einmal empfindlich gestört wurde. Ein nicht namentlich genannter Profi wurde am Montag positiv auf der Coronavirus getestet, befindet sich nun in Quarantäne und kann am Dienstag nicht spielen.

Für Baum ist die eigentliche Pflicht-Aufgabe besonders knifflig. Einerseits muss er das Spiel unbedingt gewinnen, andererseits gilt es Kräfte zu schonen für das noch wichtigere Bundesligaspiel des Tabellen-Vorletzten am Samstag beim Schlusslicht FSV Mainz 05.

Geht die Aufgabe am Dienstag indes schief, ist das Selbstvertrauen vor dem Krisenduell in Mainz noch geringer als ohnehin schon.

Schweinfurt vor Pokal-Kracher: Vorfreude auf "Wahnsinnsspiel"

Völlig locker reisen dagegen die Unterfranken ins Revier. Nach zweieinhalb Wochen ohne Spiel freut sich Schweinfurt auf seinen Pokal-Kracher. "Es ist ein extremes Highlight für uns, ein Wahnsinnsspiel in einer tollen Arena", sagte Schlussmann und Kapitän Luis Zwick. Der Viertligist kann es da auch verschmerzen, dass coronabedingt keine Zuschauer zugelassen sind. Trainer Tobias Strobl hat keine personellen Sorgen und hofft auf die Sensation.

Eine "kleine Möglichkeit" habe sein Team, befand er. Von der Schweinfurter Mannschaft, die es Schalke 2018 in der ersten Pokal-Runde schwer machte (0:2), ist zum Beispiel noch Adam Jabiri dabei. Im Sturm ist der 36-Jährige der Dauerbrenner.

Vor Pokalspiel Schalke gegen Schweinfurt: Rechtsstreit mit Türkgücü München 

Dem Spiel war ein langer und quälender Rechtsstreit vorausgegangen. Türkgücü München hatte im September wenige Tage vor dem eigentlich geplanten Spieltermin eine einstweilige Verfügung gegen die Schalker Erstrundenpartie erwirkt, nachdem Schweinfurt öffentlich die Drittliga-Tauglichkeit der Münchner angezweifelt hatte. In der vergangenen Woche erst gab dann das Schiedsgericht des Bayerischen Fußball-Verbandes Grünes Licht für einen Start Schweinfurts.