• Großeinsatz wegen Vorfall in Reisebus auf der A9 in Mittelfranken
  • Bei Hilpoltstein: Mann (30) soll damit gedroht haben, alle Menschen im Bus umzubringen
  • Schwere Attacke auf zwei Reisende
  • Festnahme am Dienstagabend durch SEK 
  • Polizei mit neuen Details am Mittwoch: So spielte sich das Geschehen im Bus ab
  • Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl wegen versuchter Tötung

Ein aggressiver Fahrgast in einem Reisebus hat am Dienstagabend (21. September 2021) zu einem Großeinsatz auf der A9 bei Hilpoltstein geführt. Nachdem der Vorfall bereits um 17 Uhr gemeldet worden war, nahm das SEK am Abend einen Verdächtigen fest, der zwei andere Fahrgäste massiv attackiert haben soll. Die Staatsanwalt hat Haftbefehl gegen den 30-Jährigen beantragt. 

Update vom 22.09.2021, 15.15 Uhr: Täter in "psychischer Ausnahmesituation"?

Wie die Polizei mitteilt, erging gegen den tatverdächtigen 30-Jährigen mittlerweile in "Unterbringungsbefehl". Der 30-jährige Tatverdächtige wurde zuvor am Dienstagmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth dem Ermittlungsrichter zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt. Bei der Vorführung machte der 30-Jährige von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Nach der Einschätzung eines Sachverständigen ist nicht auszuschließen, dass sich der 30-Jährige in einem psychischen Ausnahmezustand befindet. Aufgrund dessen erließ der Ermittlungsrichter einen Unterbringungsbefehl gegen den 30-jährigen Mann wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Auf Anordnung des Ermittlungsrichters wurde der Tatverdächtige in einer entsprechenden Fachklinik untergebracht.

Update vom 22.09.2021, 11 Uhr: Polizei veröffentlicht neue Details - Vernehmung dementiert

Die Polizei Mittelfranken hat am Vormittag neue Informationen zur Bedrohungslage in einem Reisebus auf der A9 veröffentlicht. Im Laufe der Ermittlungen haben sich neue Erkenntnisse zum Tathergang ergeben, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nach einer Vielzahl von Vernehmungen habe sich laut Polizei bislang folgender Sachverhalt ergeben.

  • In dem Reisebus, der mit dem Ziel Belgrad die A9 befuhr, befanden sich 11 Fahrgäste und drei Busfahrer.
  • Nach bisherigem Ermittlungsstand soll der 30-jährige Tatverdächtige während der Busfahrt einen vor ihm sitzenden und schlafenden 20-jährigen Fahrgast unvermittelt attackiert haben. Hierbei soll er den 20-Jährigen auf den Boden geschleudert und mehrmals mit den Füßen auf den Kopf getreten haben. Einer 24-jährigen Frau soll der Mann in das Gesicht geschlagen haben. Während der Tathandlung soll der 30-Jährige auch Todesdrohungen und weitere wirre Gedanken lautstark geäußert haben.
  • Der 20-jährige Mann wurde später in einem Krankenhaus medizinisch versorgt, konnte aber noch in der Nacht das Krankenhaus verlassen. Die 24-jährige Frau erlitt leichte Verletzungen.
  • Aufgrund der Auseinandersetzung hielt der Bus am Standstreifen zwischen den Anschlussstellen Hilpoltstein und Greding und die Fahrgäste verließen den Bus und verständigten die Polizei. Lediglich der 30-Jährige blieb  mit drei Busfahrern in dem Reisebus.
  • Nachdem der Tatverdächtige ersten Zeugenaussagen zufolge möglicherweise bewaffnet gewesen sein soll, musste zunächst von einer Bedrohungslage ausgegangen werden. Nachdem die Busfahrer telefonisch kontaktiert werden konnten, verließen sie den Bus und der 30-Jährige wurde durch das Spezialeinsatzkommando widerstandslos festgenommen.
  • Im Rahmen der noch am Tatort durchgeführten Spurensicherungs- und Absuchmaßnahmen konnte keine Waffe gefunden werden. Weiterhin konnte nach der Vernehmung der Busfahrer festgestellt werden, dass diese sich freiwillig mit dem Tatverdächtigen in dem Reisebus aufhielten.
  • Somit ergaben sich bislang keine Hinweise, die auf eine Geiselnahme schließen lassen würden. Aufgrund der Tritte gegen den Kopf ermittelt nun das zuständige Fachkommissariat der Schwabacher Kriminalpolizei. Bislang ergaben sich keine Hinweise darauf, dass der Tatverdächtige unter dem Einfluss berauschender Mittel stand.
  • Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth stellte Haftantrag gegen den 30-Jährigen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags. Er wird im Laufe des Tages dem Ermittlungsrichter zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt.

Reisegäste psychologisch betreut

Die Reisegäste als auch die Busfahrer wurden durch Polizeibeamte über den gesamten Zeitraum begleitet und durch Notfallseelsorger psychologisch betreut.

Zudem wurde für die Reisegäste und die Busfahrer die Übernachtung in einem Hotel sowie die Weiterfahrt nach Belgrad mit einem Ersatzbus organisiert.

Unterdessen liegt auch ein Dementi der von der Deutschen Presse Agentur (dpa) am Morgen vermeldeten Vernehmung vor.  Demnach sei der Verdächtige nach Angaben eines Polizeisprechers noch nicht vernommen worden, der Sprecher habe frühere Angaben eines Kollegen korrigiert. 

Update vom 22.09.2021, 7.30 Uhr: Verdächtiger (30) vernommen 

Nach dem Großeinsatz auf der A9 hat die Polizei nun laut dpa den Tatverdächtigen vernommen. Dies habe ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen (22. September 2021) mitgeteilt.

Der 30 Jahre alte Mann soll Fahrgäste eines Reisebusses mit dem Tod bedroht und womöglich sogar drei Busfahrer als Geiseln genommen haben.

Zu den Ergebnissen der Vernehmung konnte die Polizei zunächst keine Auskunft geben. Die Fragen, ob der mutmaßliche Täter bewaffnet war und ob es sich tatsächlich um eine Geiselnahme handelte, blieben offen. Auch zu dem psychischen Zustand des Mannes oder möglichen Motiven gab es keine Angaben. Die Ermittlungen laufen weiter.

Update vom 22.09.2021, 6.10 Uhr: Fahrgast drohte damit, alle im Bus umzubringen

Was mit einem Streit zwischen Fahrgästen in einem Reisebus begann, endet in einem Großeinsatz der Polizei: Die mutmaßliche Geiselnahme gibt laut Deutscher Presse Agentur (dpa) auch Stunden später noch Rätsel auf. 

Nach Morddrohungen und einer mutmaßlichen Geiselnahme in einem Reisebus auf der A9 in Bayern ermittelt die Polizei weiter zu der Tat. Sonderkräfte der Polizei hatten am Dienstagabend nach einem stundenlangen Großeinsatz auf der A9 zwischen Hilpoltstein und Greding einen 30 Jahre alten Tatverdächtigen festgenommen. Ob es sich tatsächlich um eine Geiselnahme handelte, wie anfangs angenommen worden war, konnte die Polizei am Morgen noch immer nicht sagen. Ungeklärt blieb zunächst auch die Frage, ob der Mann eine Waffe besaß.

Am Nachmittag war es laut einem Polizeisprecher in dem Bus mit Fahrtziel Serbien zum Streit gekommen. Der Mann habe behauptet, eine Waffe zu haben und gedroht, er werde alle umbringen. Es sei zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Fahrgästen gekommen, wobei zwei Menschen leicht verletzt worden seien. Der Bus habe deshalb angehalten.

Zugriff gegen 21.30 Uhr - Detonationen wegen Blendmittel-Einsatz

Kräfte des Spezialeinsatzkommandos SEK griffen nach dem stundenlangen Großeinsatz, an dem Dutzende Beamte beteiligt waren, gegen 21.30 Uhr zu. Die «Bild» berichtete über Detonationen. Diese gingen nach Angaben des Sprechers auf Blendmittel zurück, die das SEK einsetzte, um den Täter abzulenken. Er sei dann «widerstandslos» festgenommen worden.

Laut Polizei hatten die Beamten über das Handy eines Busfahrers Kontakt ins Fahrzeug aufgenommen, wo sich der mutmaßliche Geiselnehmer mit den Fahrern aufgehalten habe. Zum Zeitpunkt des Zugriffs hatten drei Busfahrer - zunächst war die Rede von zwei Fahrern gewesen - und alle übrigen Passagiere das Fahrzeug bereits verlassen. Der Bus war unterwegs in Richtung München und sollte laut Polizei weiter nach Serbien fahren.

Die Polizei hatte bereits nach der Alarm-Meldung vom frühen Abend die A9 zwischen den Anschlussstellen Hilpoltstein und Greding in beide Fahrtrichtungen komplett gesperrt. Es bildeten sich Staus. Gegen 22.30 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben. Am späten Abend floss der Verkehr dann wieder. Auch die Bahnstrecke, die entlang der Autobahn verläuft, war zeitweise gesperrt.

Update vom 21.09.2021, 22.20: Festnahme nach mutmaßlicher Geiselnahme

Nach einer mutmaßlichen Geiselnahme in einem Reisebus hat die Polizei am Dienstagabend auf der Autobahn 9 zwischen Hilpoltstein und Greding in Bayern einen Tatverdächtigen festgenommen. Gegen 21.30 Uhr habe es einen Zugriff der Polizei gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Nach ersten Erkenntnissen sei niemand verletzt. Ob der Täter wirklich eine Waffe bei sich hatte, sei noch unklar. Er habe dies behauptet, sagte der Sprecher.

Kräfte des SEK hätten nach einem stundenlangen Einsatz zugegriffen. Die "Bild" berichtete über Detonationen. Diese gingen nach Angaben des Sprechers auf Blendmittel zurück, die das SEK einsetzte, um den Täter abzulenken, wie die dpa berichtet. Nur die beiden Busfahrer waren zuletzt noch mit dem Fahrgast in dem Bus. Alle übrigen Passagiere befanden sich im Freien auf dem Seitenstreifen. Nach "Bild"-Informationen soll es in dem Bus zunächst einen Streit gegeben haben. Der Tatverdächtige soll demnach wirres Zeug gerufen haben.

Der Einsatz hatte den Angaben zufolge gegen 17.30 Uhr begonnen. Die Polizei sperrte die Autobahn 9 zwischen den Anschlussstellen Hilpoltstein und Greding in beiden Fahrtrichtungen komplett. Autofahrer saßen fest, es bildeten sich lange Staus.

Erstmeldung vom 21.09.2021, 21.00 Uhr: Mutmaßlich bewaffnete Person in Reisebus auf A9 - Autobahn gesperrt

Weiterhin heißt es seitens des Polizeipräsidiums, dass es sich um eine Bedrohungslage handelt: "In dem Bus soll sich ein Mann aufhalten, welcher möglicherweise bewaffnet ist." Die Reisegäste haben den Bus verlassen und befinden sich in der Obhut der Polizei. Einige Personen jedoch - die Polizei vermutet die Busfahrer - befinden sich noch in dem Bus. Die Polizei versucht derzeit (21.45 Uhr) Kontakt zu dem Mann herzustellen. Wie die dpa gegen 22.00 Uhr mitteilt, wurde zeitweise auch die ICE -Zugstrecke Nürnberg-Ingolstadt gesperrt. Diese ist nun allerdings wieder offen.

Wie die "Bild" berichtet, soll es zuvor in dem Bus einen Streit gegeben haben. Des Weiteren heißt es, dass ein Spezialkommando hinzugerufen worden sein soll. Ein Polizeihubschrauber soll laut "Bild"-Informationen ebenfalls vor Ort sein.

Vorschaubild: © Ralph Goppelt (Vifogra)