Zu dem zweitägigen Forum, das in den Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung gehört, kamen Vertreter aus ganz Deutschland. Unberührte Landschaften mit Wäldern, Wiesen und Feldern, damit werben die Tourismusverbände im Hochglanzformat um die Gunst der Gäste. Doch auch der Tourismus muss sich mit dem Thema Energiewende beschäftigen, und dann könnte es hier und da schnell vorbei sein mit der unberührten Landschaft.

Spätestens wenn sich Windräder drehen und große Flächen mit Photovoltaikmodulen zugepflastert werden. In einem zweitägigen Forum im Rhön-Park-Hotel - passenderweise mitten im Biosphärenreservat Rhön - wurde das Thema erneuerbare Energien in Tourismusregionen diskutiert.
Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen, aus Verwaltung, Naturschutz und Energiewirtschaft sowie politische Entscheidungsträger loteten die Chancen, Risiken und Grenzen für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Tourismusregionen aus. Die Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf wurde mit der Ausrichtung des Dialogforums vom Bundesamt für Naturschutz mit finanzieller Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit beauftragt. Unterstützt wurde das Dialogforum zudem vom Deutschen Tourismusverband e. V. und der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön.

Ein erfolgreicher Tourismus ist schließlich maßgeblich von einer intakten Natur und ansprechenden Landschaften abhängig. Genau deshalb ist ein natur- und landschaftsverträglich ausgerichteter Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem im ländlichen Raum, notwendig.

Neue AngeboteZugleich vermag er Möglichkeiten für neue Freizeit- und touristische Angebote zu eröffnen, wie das Beispiel des fach- und erlebnisorientierten Energietourismus zeigt. In Fachvorträgen, Arbeitsgruppen und Workshops wurden Themen wie Naturschutz, Energiewende, Flächenbeanspruchung, Landschaftsplanung und Tourismusförderung kontrovers diskutiert. Eine Podiumsdiskussion sollte ebenfalls Möglichkeiten aufzeigen, wie erneuerbare Energien in Tourismusregionen erzeugt werden können, ohne die Gäste abzuschrecken.

Energiewende So jedenfalls drückt es der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Bayerische Rhön, Michael Pfaff aus. "Kollegen gratulieren mir, wenn ich ihnen mitteile, dass in der Rhön noch kein Windrad steht", so Pfaff. "Da gilt es in einzelnen Aspekten abzuwägen", konterte Dr. Anita Breyer, Leiterin des Referats Naturschutz und Energie im Bundesumweltministerium. "In Tourismusregionen darf es nicht heißen, die Energiewende findet woanders statt", so Breyer. Sie plädierte dafür, die Energiewende als Chance und als Generationenaufgabe auch in wertvollen Landschaften zu sehen. "Die regional angepasste Energiewende muss kommen", sagte auch Dr. Wolfgang Peters, Geschäftsführer der Bosch und Partner GmbH in Berlin, die sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Projekten um die Natur- und Landschaftsverträglichkeit der erneuerbaren Energien beschäftigt hat. Peters plädierte dafür, auch in Biosphärenreservaten wie der Rhön "Diskursprozesse anzustoßen". Kreativität müsse gefragt sein, wenn die Energiewende tourismusfreundlich verlaufen soll.

Schließlich stehe, wie Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, bemerkte hinter der Natur und der Landschaft der Rhön eine hohe Verantwortung. So gilt es laut Raab, die erneuerbaren Energien wie Biogas nur behutsam und landschaftsverträglich auszubauen.

Dass die Rhön auf Dauer kein Standort für die Windenergie darstellt, ist für Dr. Stefan Ott, stellvertretender Landesgeschäftsführer des BUND Landesverbands Niedersachsen, nur schwer vorstellbar.