Im Weißen Saal des Regentenbau in Bad Kissingen verkündete Söder diese Botschaft bei einem Empfang mit den Bürgermeistern und Landräten aus dem Bäderland.

"Wir müssen die Gesamtstruktur unserer Staatsbäder in Bayern besser fördern", sagte Finanzminister Markus Söder beim Empfang im Regentenbau, "und wir müssen sie auch weiter entwickeln". Einen Plan für diese Weiterentwicklung hatte Markus Söder gleich mitgebracht: "Der Gesundheitssektor muss gestärkt und der Lifestylefaktor erhöht werden."

Ein einfaches Rezept für die drei Staatsbäder Bad Kissingen, Bad Brückenau und Bad Bocklet sowie die kommunalen Bäder Bad Neustadt und Bad Königshofen ist das jedoch nicht. Allein in Bad Kissingen warten Millioneninvestitionen auf ihre Verwirklichung.
Das Luitpoldbad muss saniert werden, und der Mangel an einem 5-Sterne-Hotel in der Kurstadt soll ebenfalls dringend behoben werden. Da dürften die knapp 40 Millionen Euro im Doppelhaushalt 2013/14 schon bald wieder verplant sein. Zumal das oberfränkische Bad Steben wie auch das südbayerische Bad Reichenhall ebenfalls einen erheblichen Teil der Fördermittel für Staatsbäder einfordern werden. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat der Freistaat Bayern rund 300 Millionen Euro in seine Staatsbäder investiert. "Die Staatsbäder sind etwas Besonderes", sagte Söder und forderte verstärkte Marketingaktivitäten, um die touristischen Ströme nach dem Umbruch im Kurwesen wieder vermehrt in die Bäder zu lenken. Was in Bad Kissingen zwar bereits hervorragend funktioniert, aber in Bad Bocklet eben erheblich weniger.

Bad Kissingens Landrat Thomas Bold forderte denn auch eine rasche Realisierung eines 5-Sterne-Hotels sowie den weiteren Ausbau der Telemedizin als Standortfaktor der Zukunft. "Wenn die Kur als solches nicht mehr richtig geht, kann man das über die ärztliche Versorgung, über Schönheit und Wellness kompensieren", so der Landrat. Gleichzeitig sprach Bold den ausblutenden ländlichen Raum zugunsten der Metropole München an. "Es muss wieder mehr hierzulande gebaut werden, nicht nur in der Landeshauptstadt", forderte Bold. Landrat Thomas Habermann (Lkr. Rhön-Grabfeld) sah die Interessen der bayerischen Kreise wie Kommunen bezüglich des Umwelt- und Gesundheitsbereichs in den letzten Jahren "gleichwertig berücksichtigt". Gemeinsam mit Thomas Bold betonte Habermann den Stellenwert des Biosphärenreservats für das Bäderland Bayerische Rhön und für die Gesundheitsregion Main-Rhön. Kurdirektor Werner Angermüller aus Bad Königshofen lobte den Ausbau der Infrastruktur, die ein modernes Bad erst möglich mache.

Angermüller sprach in diesem Zusammenhang gemeinsam mit Bad Neustadts Bürgermeister Bruno Altrichter Schwierigkeiten bei der sogenannten Röfe-Förderung in Bezug auf die neue Trinkhalle in Bad Königshofen wie auch den Stadthallenneubau in Bad Neustadt an (siehe gesonderten Bericht). Einer überwiegend defensiven Vermarktung der Staatsbäder in der Vergangenheit soll laut Finanzminister eine Vermarktungsoffensive in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium folgen. Die Unterstützung Söders für die Staatsbäder, und auch für das Bäderland Bayerische Rhön signalisierte der Finanzminister unumwunden. "Wo Staat drauf steht muss auch Staat drin sein!"