Er bewirtschaftet einen Betrieb mit Ackerbau und Schafzucht. Momentan steht die Wartung seiner Maschinen an. Da der Landwirt durch die Nässe auf den Feldern seine Böden nicht bearbeiten kann, nutzt er die Zeit zum Abschmieren, Ölwechsel, Reifenkontrolle und Kundendienst an seinem Maschinenpark. "Normalerweise wären wir um diese Jahreszeit schon viel weiter", berichtet der Landwirtschaftsmeister. Schon seit über sechs Wochen wird er ständig mit seiner Feldarbeit ausgebremst. Schmutz muss noch Weizen säen und einige Felder pflügen.

Doch der Regen macht ihm immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Die durch den Regen verordnete "Zwangspause" auf den Feldern nutzt Schmutz auch verstärkt, sich um seine Schafe im Stall zu kümmern. Dort herrscht nämlich momentan "Hochkonjunktur". In diesen Tagen erblickt jede Menge Nachwuchs im Schafstall das Licht der Welt.
Und die Neuankömmlinge müssen natürlich betreut werden. Also auch bei Regen kann sich der Irmelshäuser Landwirt nicht über mangelnde Arbeit beklagen.

Bezüglich des Arbeitsablaufs auf den Feldern muss sich Schmutz noch ein wenig in Geduld üben. Sobald die Flächen wieder befahrbar sind, wird der restliche Weizen gesät und die Äcker gepflügt. Momentan würde man auf den Feldern nur tiefe Fahrspuren verursachen.

Glücklicherweise ist der Großteil vom Mais in der Region schon geerntet. Hier blieben "Schlammschlachten" bisher aus. Um die Straßen nicht zu sehr zu verunreinigen, wählen die Landwirte oftmals Umwege, um mit ihren Maschinen wieder nach Hause zu kommen. Die Zuckerrübenernte steht in vielen Teilen des Landkreises noch an. Hier brauchen die Landwirte gute Nerven. Denn die Böden müssen halbwegs abgetrocknet sein, damit sie die schweren Erntefahrzeuge tragen können.

Manch Landwirt in der Region fühlt sich derzeit an den nassen Herbst 1998 erinnert. Auch damals war es aufgrund des Regens fast unmöglich, Weizen zu säen oder Rüben zu ernten. Damals mussten stecken gebliebene Rübenernten mit Bergepanzern "geborgen" werden und teilweise wurden Zuckerrüben im folgenden Frühjahr untergepflügt, weil die Ernte nicht möglich war. Die Wiederholung der Ereignisse von damals wäre für die hiesigen Landwirte ein Horrorszenario.