Vor elf Jahren haben sich die Dörfer rund um die Kreisstadt zusammengeschlossen, um gemeinsam als NES-Allianz verschiedene Projekte zu bewegen. Die Arbeit ging bald über den Landkreis hinaus und umfasst nun auch Münnerstadt im Nachbarkreis Bad Kissingen. Jetzt haben die vierzehn Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden die professionelle Erstellung eines Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) in Auftrag gegeben. Um die gemeinsame Arbeit in Zukunft noch produktiver gestalten zu können.

Die Gründung von interkommunalen Allianzen hat sich in den letzten Jahren in Unterfranken meist als Glücksfall erwiesen.
Mittlerweile gibt es unterfrankenweit 30 Allianzen mit insgesamt 258 Mitgliedsgemeinden. Da wurde es Zeit, dass mit der NES-Allianz die nunmehr vierte im Landkreis Rhön-Grabfeld einen professionellen Hintergrund erhält.
Die "Integrierte Ländliche Entwicklung - NES-Allianz" wurde im Gemeindezentrum Salz von den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden nun offiziell in Auftrag gegeben und das dazugehörige Vertragswerk unterzeichnet.
Als Handlungsfelder wurden definiert: Dorf und Siedlung, Wirtschaft und Gewerbe, Landwirtschaft, Landschaft, Landnutzung, Erholung und Tourismus, Verkehr, Infrastruktur und Daseinsvorsorge, Bildung, die interkommunale Zusammenarbeit, der Aufbau von Netzwerken sowie die Integration von Asylbewerbern und Asylanten.
Der Sprecher der NES-Allianz, Bad Neustadts Bürgermeister Bruno Altrichter, sprach von einem neuen Kapitel in der nunmehr elfjährigen Geschichte der Zusammenarbeit. Neue Entwicklungsziele werden, so Altrichter, "aus eigener Kraft und aus dem Innern der Städte und Gemeinden heraus bearbeitet".
Der Bürgermeister betonte das freundschaftliche und gut nachbarschaftliche Verhältnis der Gemeinden. Die Ausarbeitung des Konzeptes unternimmt nun allerdings ein externes Planungsbüro. Koordiniert werden die Arbeiten in der Gemeinde Hohenroth und über die Verwaltungsgemeinschaft Bad Neustadt. Mit dabei sind die Gemeinden Burglauer, Heustreu, Hohenroth, Hollstadt, Niederlauer, Rödelmaier, Salz, Schönau an der Brend, Strahlungen, Unsleben, Wollbach, Wülfershausen sowie die Städte Bad Neustadt und Münnerstadt. Im Allianzgebiet wohnen rund 41.500 Bürger.
Mit der Allianzgründung beginnt nun die heiße Phase in der integrierten ländlichen Entwicklung. Durch Bürgerbeteiligung und zusammen mit den beauftragten Büros werden in den nächsten Monaten Projekte für das Entwicklungskonzept erarbeitet. Projektbetreuer ist Baudirektor Jürgen Eisentraut vom Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken (ALE).
Ottmar Porzelt, Leiter des ALE in Schweinfurt, forderte, innerhalb der Allianz gleichwertige Lebensbedingungen in den einzelnen Gemeinden als Ziel zu fokussieren.
Der Sachgebietsleiter Städtebau der Regierung von Unterfranken, Manfred Grüner, sprach von einem Konzept, von dem alle Gemeinden profitieren. "Es dient dazu, Projekte zu entwickeln und umzusetzen", sagte Grüner und sprach von einem "Miteinander für die Region". Der Landrat des Kreises Bad Kissingen, Thomas Bold betonte die Zusammenarbeit über Kreisgrenzen hinweg. "Diese Initiative aus der Region wird Früchte tragen", ist sich Bold sicher.
Der stellvertretende Landrat Josef Demar sagte: "Der Landkreis kann sich nur dann gut entwickeln, wenn die Gemeinden auch gut miteinander arbeiten." Bürgermeister Georg Straub (Hohenroth) betonte, dass ein Miteinander der Städte und Gemeinden allemal besser sei, als Konkurrenzdenken.
Die Kosten für die Erstellung des ILEKs belaufen sich auf rund 80.000 Euro. Das Amt für ländliche Entwicklung übernimmt 75 Prozent der Kosten aus Mitteln von Bund und Freistaat. Bleiben für die Kommunen der NES-Allianz noch rund 20.000 Euro, die gestaffelt nach Einwohnerzahl auf die Städte und Gemeinden umgelegt werden. Die Auftragsangebote für die Erstellung des ILEKs wurden im Verlauf der Sitzung der Bürgermeister geprüft.