Fast 30 Jahre lang durften sich die Städte und Gemeinden im Landkreis selbst um die Entsorgung von Bodenaushub und Bauschutt kümmern. Das ist mit Beginn dieses Jahres vorbei. Die kleinen Dorfdeponien sind geschlossen, und aller Boden und Bauschutt muss landkreisweit über die Deponie der Firma Steinbach zwischen Salz und Strahlungen entsorgt werden. Der regulierende Zweckverband, der bislang unter dem Namen "Zweckverband zur Boden- und Bauschuttentsorgung Saaletal/Bad Neustadt" zusammengefasst war, hat sich aus diesem Grund komplett neu aufgestellt.

Vorüber sind die Zeiten, als Bürger ihren Bauschutt am Rande der Dörfer auf kleineren Deponien abkippen durften. Wer das heute noch macht, dem drohen drakonische Strafen. Selbst die Ausbringung von Bodenaushub auf Feldern bedarf zwingend einer Abstimmung mit den zuständigen Behörden.
Ein Zweckverband im Landkreis regelt jetzt alle Fragen bezüglich der Entsorgung von Bodenaushub und Bauschutt. Und das in lediglich einer Deponie. Der "Zweckverband zur Boden- und Bauschuttentsorgung Rhön-Grabfeld - Münnerstadt" bündelt alle Entsorgungsaufträge aus dem Landkreis. Und - wie im Namen fest verankert - auch der Stadt Münnerstadt.
Bei der ersten Sitzung des Zweckverbands im neuen Jahr in den Räumen der Firma Steinbach galt es, diesen völlig neu aufzustellen. Neuer Vorsitzender ist qua Amt mit Thomas Habermann der Landrat des Kreises Rhön-Grabfeld. Er löst den bisherigen Vorsitzenden Bruno Altrichter ab, der den früheren Verbandsstrukturen knapp 20 Jahre lang vorstand. Altrichter wurde zum zweiten Vorsitzenden des neuen Zweckverbandes gewählt, den Rechnungsprüfungsausschuss übernehmen der Bürgermeister von Münnerstadt, Helmut Blank, Kreisrat Winfried Christ und der Sälzer Altbürgermeister Bernhard Müller. Auch die Geschäftsstelle wechselt: Bislang war (seit 1987) der geschäftsleitende Beamte der Stadt Bad Neustadt, Michael Weiß, zuständig. Jetzt geht die Geschäftsstelle ins Landratsamt, wo Gerald Roßhirt im Sachgebiet Abfallwirtschaft zuständig sein wird.
Mit der Neustrukturierung des Zweckverbandes scheiden die bisherigen Kommunen als Mitglieder aus, da nun der Landkreis deren Aufgaben übernimmt. Mitglieder sind im neuen Verband nur noch der Landkreis, die Stadt Münnerstadt und die Adolf Steinbach Steinindustrie-Schotterwerke GmbH & Co. KG, namentlich Geschäftsführer Jochen Steinbach. Neben den Verbandsmitgliedern sind drei Verbandsräte aus dem Kreistag, Bruno Altrichter, Winfried Christ und Bernhard Müller, bei den Sitzungen vertreten.
Kreisrätin Birgit Erb verwies auf die notwendige Neustrukturierung der Entsorgungsaufgaben nach Vorgaben der EU. Sie dankte allen Städten und Gemeinden für die Vorbereitung und Mitarbeit an den neuen Entsorgungsrichtlinien.
Wenn die neue Satzung des Zweckverbandes von der Regierung von Unterfranken geprüft ist, wird eine neue Geschäftsordnung erstellt. Dann ist die Neustrukturierung des Zweckverbandes abgeschlossen.
Zur Deponie dürfen ab sofort auch geringe Mengen Gips im Bauschutt gebracht werden. Dieser kann, wie Jochen Steinbach erläuterte, mit einer neuen Anlage aus dem Bauschutt extrahiert und getrennt entsorgt werden. Das war bislang so nicht möglich.
Einen Hinweis für alle Bürger des Landkreises hatte Thomas Habermann noch: Selbstverständlich nehmen nach wie vor auch private Bauunternehmen Boden- und Bauschutt an.