Einziges Thema der Sitzung: "Wirtschaft pro Neubau", mit Fragezeichen, wohlgemerkt. Eine lebhafte Diskussion wünschte sich der Sprecher des IDW und Geschäftsführer der Jopp Automotive GmbH, Dr. Hubert Büchs. Das Thema der IDW-Sitzung war die Stadthalle und Büchs machte gleich zu Beginn gar keinen Hehl daraus, dass es für ihn selbst als Chef eines großen Unternehmens in Bad Neustadt keine Alternative zu einem Neubau der Stadthalle gibt. "Wir brauchen eine gute Infrastruktur in Bad Neustadt auch in Sachen Stadthalle", sagte Büchs und mahnte alle Verantwortlichen, zügig die Neubauplanungen nach einem hoffentlich positiven Bürgerentscheid am 8. Dezember voranzutreiben. Doch sehen das auch andere Firmenchefs in und um Bad Neustadt so?

Michael Bracke, Architekt des pbr Planungsbüros Rohling mit Sitz in Frankfurt und Jena, stellte die aktuellen Neubaupläne der Stadthalle vor.
Mit den Vorzügen wesentlich größerer Foyerflächen, einer besseren Andienung über erweiterte Anlieferflächen sowie einem nach zwei Seiten offenen, barrierefreien Haus. Zusätzlich nannte Bracke, der ein neues Modell der Stadthalle im Kreuzungsbereich der Schweinfurter Straße mit dem Hohntor mitgebracht hatte, eine Reihe von Kröten, die es in der gegenwärtigen Planungsphase zu schlucken galt.

Als Beispiel nannte er die Positionierung der Garderobe wie auch der Toiletten im Untergeschoss, die über eine breite Treppe oder einen Aufzug erreicht werden können. Ein Kompromiss, auch beim Neubau der Stadthalle. Bürgermeister Bruno Altrichter betonte wiederum, dass es für den Neubau einer Stadthalle keinen geeigneteren Standort als den bisherigen gibt. Ein Plan B, falls der Bürgerentscheid für den Erhalt der bestehenden Stadthalle ausfallen sollte, den gibt es derzeit noch nicht, bestätigte Altrichter. In Sachen Toiletten und Garderobe im Untergeschoss äußerte Preh-Geschäftsführer Dr. Ernst-Rudolf Bauer massive Kritik wie auch an der in der dritten Informationsveranstaltung geäußerten Kostensteigerung um rund fünf auf 14,5 Millionen Euro.

"Wir sollten uns mehr Zeit lassen für eine richtig gute Lösung", sagte Bauer, forderte weitergehende Planungen und nannte alles andere als einen Neubau der Stadthalle "nicht realistisch". RST-Geschäftsführer Dr. Christoph Steinhardt nannte das eventuelle Scheitern des Neubaus durch den Bürgerentscheid fatal. Die Stadt brauche eine neue Stadthalle, so RST-Geschäftsführer Dr. Christoph Steinhardt, eine Forderung, die Bruno Altrichter ebenso in Bezug auf die Ausstattung des "Mittelzentrums Bad Neustadt" immer wieder betonte. Der Geschäftsführer der Kunert Gruppe in Bad Neustadt, Mathias Kunert brachte es auf den Punkt: "Mit einer alten Stadthalle können Sie nicht die Zeit in die Zukunft tragen." Die Abstimmung fiel mehr als eindeutig aus. Für den Neubau einer Stadthalle gingen alle Stimmkarten hoch, für den Erhalt der bestehenden Stadthalle keine einzige.