Zum dritten Mal fand eine Besichtigungsfahrt statt - Sie führte am Dienstag zu fünf Projekten im Landkreis Rhön-Grabfeld und am Mittwoch zu vier Stationen im Landkreis Bad Kissingen. Dabei wurde die Vielfalt der Leader-geförderten Projekte deutlich. "Es ist schön zu sehen, wie aus Ideen der Bürger so viele konkrete Projekte in der Praxis geworden sind", sagte Landrat Thomas Habermann dazu.

Die überaus positive Entwicklung sei vor allem den zahlreichen Verantwortlichen, Akteuren, Bürgern und Projektträgern der Region zu verdanken. Das überdurchschnittliche Engagement in den beiden Landkreisen habe zu Wirtschaftswachstum und vielen neuen Arbeitsplätzen in der Region geführt. Ebenso seien die Infrastruktur der Landkreise optimiert und die Attraktivität der gesamten Region gesteigert worden, betonte auch Bad Kissingens Landrat Thomas Bold.


Projekt "Vom Halm zum Krug - wir sind Rhöner Bier"

Mit dem Projekt "Vom Halm zum Krug - wir sind Rhöner Bier" wurde ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Rhön-Grabfeld aufgegriffen, auf das der ehemalige Senator Karl Grönen aufmerksam gemacht hatte: Es wächst ausgezeichnete Braugerste im Landkreis, es gibt noch eine Mälzerei und bestes Wasser - fast alle Zutaten für ein hervorragendes Bier. Nur der Hopfen muss importiert werden, wie Michael Pfaff von der Tourismus GmbH Bayerische Rhön in Waltershausen erklärte. Zehn Brauereien, von der kleinen Hausbrauerei über kultige Spezialitätenbrauerei bis zum mittelständischen Betrieb, halten dieses Kulturgut hoch. Das Projekt fällt mit der Feier "500 Jahre Reinheitsgebot in Bayern" zusammen und wird auch einen Stand bei der zentralen Feier in München belegen, berichtete Pfaff.

Spaß hatten die Teilnehmer beim Anschauen des Imagefilms und der Videos, die zum Thema "Wir sind Rhöner Bier" bei einem Wettbewerb eingereicht wurden. Witziges und Skurriles war zu sehen, alles war in einer Galanacht der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Innerhalb des Projektes, koordiniert von der Tourismus GmbH, liefen unter anderem Seminare zum Thema Brauereiführung, es entstand ein Flyer, eine Website, ein Bierradweg und es gab viel Öffentlichkeitsarbeit, um die Bedeutung des regionalen Produkts hervorzuheben. Dabei gehe es nicht um den Alkoholkonsum, meinte Pfaff, immerhin liefern die meisten Brauereien auch alkoholfreie Varianten. Man sollte nicht nur über Regionalität reden, sondern auch danach handeln und regional einkaufen, meinte Groenen. "Es geht um Wirtschaftskraft und kurze Wege. Warum soll man Bier aus dem Norden importieren, wenn es hier so gute Erzeugnisse gibt?" fragte er.

Bräustüble ist einer der wichtigsten Treffpunkte im Ort

Stellvertretender Bürgermeister Helmut Rittweger begrüßte die Gäste seitens der Gemeinde und wies darauf hin, dass das erste Brauhaus in Waltershausen 1796 entstand. Seit 1844 ist die Brauerei in der Hand der Familie Lang. Gastgeber Werner Lang, unterstützt durch seine Kollegen Andreas Seufert (Pax Bräu), Xaver Weydringer (Rother Bräu) und Elmar Markert (Streck Bräu) erklärte die speziellen Degustationsgläser und präsentierte die Erzeugnisse aller teilnehmenden Brauereien. Das Bräustüble, das die Familie Lang seit 2002 selbst führt, ist einer der wichtigsten Treffpunkte im Ort. "Es macht Spaß mit den Endverbrauchern im Kontakt zu sein", so Lang.
Nach dem Mittagessen wurde die Fahrt fortgesetzt, es ging zum Ausgrabungsort Pfalzgebiet Salz und Veitsberg (Projektträger Stadt Bad Neustadt a. d. Saale) und weiter zum Schnitzstandort Rhön in Langenleiten und Sandberg. Darüber hinaus entdeckten die Teilnehmer den Lehrpfad Bauersberg mit Besucherbergwerk unter dem Motto "Rhöner Geologie erleben". Im Landkreis Bad Kissingen standen die Festspiele Münnerstadt auf dem Programm, die "denk-mal-route" in Bad Kissingen, das Naturbad Aura und die "Trollige Riedelgrube Ebenhausen" in der Gemeinde Oerlenbach.

Über 12 Mio. Euro seit 2008 investiert

Rund 46 vorbildlich realisierte Projekte mit einer Gesamtinvestition von über 12 Millionen Euro in beiden Landkreisen wurden seit 2008 mit Leader-Zuschüssen in Höhe von 3 Millionen. Euro und Mitteln aus weiteren Förderprogrammen in Höhe von 4,5 Millionen. Euro unterstützt. Initiiert, organisiert und begleitet wurde die Projektbereitung durch die Koordinatorinnen der beiden Lokalen Leader-Aktionsgruppen in Rhön-Grabfeld, Regionalmanagerin Ursula Schneider und LAG-Geschäftsführerin Isabel Dörr, und in Bad Kissingen durch Regionalmanagerin Cordula Kuhlmann, die auch jedem Projektträger tatkräftig bei der Entwicklung, Fördermittelbeantragung und Umsetzung der Projekte zur Seite stehen.

Dank der überzeugenden Regionalen Entwicklungskonzepte für die neue Leader-Förderperiode 2014 bis 2020 sind die Weichen für eine Vielzahl weiterer Förderprojekte in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Soziales und Umwelt gestellt. Die Regionalmanagerinnen nehmen Projektideen und Anträge auf Unterstützung durch Leader oder auch andere Förderinstrumente jederzeit entgegen. Informationen gibt es bei den Landkreisen Bad Kissingen (Tel.efonnummer 0971/801-5151, Cordula Kuhlmann, www.lag-badkissingen.de) und Rhön-Grabfeld (Telefonnummer 09773/8999840, Ursula Schneider, www.lag-rhoen-grabfeld.de).