Hohenroth
Archäologie

Die sichtbare Geschichte der Pfalz Salz

Bad Neustadt, Salz und Hohenroth lassen wertvolle Funde am Veitsberg für die Öffentlichkeit aufbereiten und machen so die Geschichte der Pfalz Salz erlebbar. Erste öffentliche Führung am kommenden Mittwoch.
Spannend wie ein Krimi verlaufen für die Archäologen am Veitsberg die Ausgrabungen eines Jahrtausende alten Königsgutes. Die spektakulären Funde lassen darauf schließen, dass der Veitsberg wohl das Zentrum der Pfalz Salz mit hoher politischer Bedeutung war. Seit fast drei Jahrzehnten ist man auf dem Bergsporn zwischen Bad Neustadt, Hohenroth und Salz der Vergangenheit auf der Spur. Dank des EU-Förderprogramms "Leader" soll die Geschichte des Pfalzgebiets Salz und Veitsberg nun für die Öffentlichkeit aufbereitet und zugänglich gemacht werden. Die erste öffentliche Führung findet am kommenden Mittwoch, 15. August, statt.

Touristische Vermarktung

"Die bisherigen Forschungsergebnisse der Friedrich-Schiller-Universität Jena lassen darauf schließen, dass am Veitsberg der zentrale Ort der ehemaligen Pfalz Salz mit einem Königsgut lokalisiert war", erläuterte der stellvertretende Landrat Helmut Will (CSU) in einem Pressegespräch im Rathaus von Bad Neustadt. Die Pfalz Salz wiederum habe in der Geschichte des karolingisch-ottonischen Reiches eine wichtige Rolle gespielt. Deshalb seien die archäologischen Entdeckungen auch überregional von herausragender historischer Bedeutung. Wohl nirgendwo anders in der Pfalzenforschung gibt es mehr Fundplätze an einem Ort als im Neustädter Becken.

"Umso wichtiger ist es, die Funde, Befunde und die historischen Zusammenhänge erstmalig in hochwertiger Weise einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren", unterstrich auch Bürgermeister Bruno Altrichter (Freie Wählergemeinschaft), der mit der Stadt Bad Neustadt die Trägerschaft für das Leader-Projekt übernommen hat. Mit gemeinsamen Maßnahmen wird man mit den Partnerkommunen Hohenroth und Salz die Bedeutung der Ausgrabungen darstellen und so einer breiteren Öffentlichkeit näher bringen.
Im ersten Schritt wird neben einer professionellen Dokumentation der Funde und Befunde umfangreiches Informationsmaterial zur touristischen Vermarktung und zur Bewusstseinsbildung für die Bevölkerung entstehen. Geplant sind Logo, Internetauftritt, Informationstafeln und Flyer. Weiterhin sollen bis zum Jahr 2015 ausgewählte Fundstücke im Rahmen einer Wanderausstellung zu sehen sein. Vorträge, Grabungsführungen, Kinderuni und Projekttage lassen die bewegte Vergangenheit auf dem Veitsberg ebenfalls wieder lebendig werden. Auch eine internationale Fachtagung soll es im Jahr 2014 geben.

Folgeprojekt spätestens 2015

"Das Projekt Pfalzgebiet Salz und Veitsberg ist ein Leuchtturm in der Förderlandschaft", betonte Karl-Heinz Suhl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Rahmen der offiziellen Übergabe des Förderbescheids an Bürgermeister Bruno Altrichter. Durch die Inwertsetzung der bedeutsamen Kultur- und Siedlungsgeschichte stärke das Projekt sowohl das Heimatgefühl der Einheimischen als auch die touristische Attraktivität der Region.
Schon jetzt ist ab spätestens 2015 ein Folgeprojekt geplant, berichtete Regionalmanagerin Ursula Schneider. Wenn die Grabungsarbeiten abgeschlossen sind, soll das Gelände auf dem Veitsberg zum Beispiel mittels eines beschilderten Wanderweges für die Öffentlichkeit erschlossen und mit weiteren Veranstaltungen bekannt gemacht werden. Wer bis dahin nicht warten möchte, kann am kommenden Mittwoch, an den ersten öffentlichen Führungen über das Ausgrabungsgelände teilnehmen. Die kostenfreien Führungen finden um 11 und um 14 Uhr statt, Treffpunkt ist am Veitsberg (Straße An der Steig, Hohenroth, Richtung Hundesportplatz). Geleitet werden die Führungen von Ausgrabungsleiterin Petra Wolters von der Universität Jena.

Von Tonya SChulz