Im Fichtelgebirge hatte Hubert Kornbrust, langjähriges BN-Mitglied und Schatzmeister der Kreisgruppe Rhön-Grabfeld, einen Biberlehrpfad gesehen und erfuhr zufällig, dass der Biber auch an der fränkischen Saale wieder aufgetaucht ist und die Reviere genau kartiert wurden. Auch in Stadtnähe bei Bad Königshofen fanden sich Fraßspuren des nachtaktiven Tieres, sodass schnell feststand, dass ein Biberlehrpfad am Radweg genau an der richtigen Stelle ist.

Mehr als ein Jahr dauerte der Gang durch die Behörden, wie Kornbrust berichtete, denn die Grundstücke, auf denen die zehn Lehrtafeln errichtet werden sollten, gehören zum Teil dem Wasserwirtschaftsamt, der Stadt oder Landwirten. Die Finanzierung gelang mit Hilfe von Spenden von Sparkasse und Genobank, sowie Zuschüssen von der BN-Landesstelle und vom Kreisverband.


Beim "Kampf mit der Fülle der Fakten" halfen Hubert Kornbrust seine Tochter Carolin Hansen und deren Kollegin Anne Mikus, die in Berlin eine Agentur für Gestaltung und Text betreiben. Sich auf wenige Fakten zu beschränken sei sehr schwer, aber die Tafeln sollten nicht zu textlastig und die Formulierungen nicht zu spröde werden, so Kornbrust.

Ergänzt werden die Infotafeln von einem lebensgroßen, abstrakten Biber, der an der zweiten Station platziert ist, geschnitzt von Künstler Peter Picciani aus Ipthausen. Wie ein Biber in natura aussieht, konnten die Anwesenden anhand eines präparierten Tieres sehen, der bei Oberweißenbrunn fast unversehrt tot aufgefunden wurde. Der BN-Kreisvorsitzende Helmut Bär erinnerte daran, dass der Biber bereits 1867 ausgerottet war, nicht weil er den Menschen als Nahrungskonkurrent störte (der Biber ist Vegetarier), sondern weil er von der katholischen Kirche als Fisch eingeordnet wurde und sich deshalb als Fastenspeise eignete.

1966 wurde das Tier dank des BN wieder eingebürgert. Der Kreisverband habe die Idee von Hubert Kornbrust gern angenommen, bestätigte Bär, auch der Landesverband unterstützte gern diese Initiative, wie der BN-Landesbeauftragte für Nordbayern, Richard Mergner, hinzufügte.

Geburtstagsgeschenk

Er bedankte sich für das schöne Geburtstagsgeschenk für den Bund Naturschutz. Eine Bereicherung für die Artenvielfalt sei die Wiedereinbürgerung des Bibers, so Mergner, die Tiere wurden aus Finnland und Schweden importiert und wurden gleich wieder dort heimisch, wo sie seit Jahrhunderten verbreitet waren. Die Tiere, die man sehr selten sieht, haben sich ihren Lebensraum zurückerobert, was nicht selten zu Konflikten mit Landwirten führe, die bis nahe an Gewässer ackern oder Wiesen nutzen.

Bibermanager sollen hier helfen Konflikte zu lösen, was entlang der Saale noch kaum nötig war, wie Mergner bestätigte, obwohl es im Landkreis Rhön-Grabfeld inzwischen 26 Reviere gebe. Der Biber betreibe kostenfreien Hochwasserschutz und die Artenvielfalt steige, dafür müsse man einige Kompromisse schließen. Der Biberlehrpfad sei eine tolle Werbung für das Tier, er sorge für mehr Verständnis und damit für mehr Toleranz.

Bürgermeister Thomas Helbling lobte die schöne Anlage deren Errichtung die Stadt gern zugestimmt habe.
Zum Begehen des Weges waren alle Gäste anschließend eingeladen, sie studierten und lobten die Informationstafeln, die viele Aspekte des interessanten Tieres aufgreifen. "Hier geht's in mein Revier", steht auf der ersten Tafel am Anfang des Radweges, dann reihen sich in Abständen zehn Tafeln bis zur Schwabenklause aneinander. Der gut befestigte Spazierweg eignet sich auch für Kinderwagen und Rollstühle.