Bad Neustadt
Gerichtsprozess

Mit mehreren Messerstichen getötet: Urteile sind gefallen - Radfahrer-Mörder müssen lange hinter Gittern

Im Prozess um den kaltblütigen Radfahrer-Mord von Bad Neustadt hat das Gericht nun die Urteile verkündet. Die Angeklagten müssen wegen des grausamen Tötungsdelikts lange Haftstrafen absitzen - und für den Hauptverdächtigen könnte es noch dicker kommen.

Update vom 27.10.2022, 18:30 Uhr: Hohe Jugendstrafen - Urteil zum Radfahrer-Mord verkündet

Für die Ermordung eines Bekannten im unterfränkischen Bad Neustadt ist ein 19-Jähriger zu 13 Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Zudem hat sich das Landgericht Schweinfurt am Donnerstag eine Sicherungsverwahrung des jungen Mannes vorbehalten, wie ein Gerichtssprecher sagte. Ein 21 Jahre alter Komplize erhielt wegen Mordes eine Haftstrafe von zwölfeinhalb Jahren. Er will von einer Tötungsabsicht seines Freundes nichts gewusst haben.

Zudem verurteilte die Kammer einen dritten Angeklagten - ebenfalls 21 Jahre alt - wegen Beihilfe zum Mord zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren. Ob die Urteile rechtskräftig sind, stand zunächst nicht fest.

Der 19-Jährige hatte zu Prozessauftakt gestanden, den 26-Jährigen mit Messerstichen getötet zu haben. Die Anklage vermutete als Motiv einen Streit um angebliche Schulden in Höhe von 100 Euro, der Verdächtige selbst sagte dazu nichts. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer für den 19-Jährigen unter anderem 15 Jahre Jugendstrafe wegen Mordes verlangt. Seine Verteidigung hatte auf Totschlag und acht Jahre Jugendstrafe plädiert.

Für den zweiten Hauptangeklagten hatte die Anklage lebenslang wegen Mordes gefordert. Die Anwälte des 21-Jährigen wollten einen Freispruch erreichen, ansonsten allenfalls eine Verurteilung wegen unterlassener Hilfeleistung zu einer Freiheitsstrafe. Der wegen Beihilfe zum Mord angeklagte 21-Jährige sollte laut Staatsanwaltschaft eine Jugendstrafe von acht Jahren erhalten. Seine Verteidiger plädierten unter anderem auf Freispruch.

Update vom 19.10.2022, 19 Uhr: Radfahrer getötet - Psychiater legt Analyse vor

Ein wegen Mordes angeklagter junger Mann ist nach Ansicht eines psychiatrischen Sachverständigen bei der Tötung eines Bekannten voll schuldfähig gewesen. Das sagte der Ärztliche Direktor des Krankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck, Hans-Peter Volz, am Mittwoch vor dem Landgericht Schweinfurt. "Ich schätze das Rückfallrisiko im Hinblick auf den Täter als mittelhoch bis hoch - auch im Hinblick auf schwere Straftaten - ein."

Volz empfahl dennoch eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht. Der Angeklagte weise dissoziale Tendenzen aus, habe aber nicht im Affekt gehandelt, sondern sei kaltblütig und zielgerichtet vorgegangen.

Der 19-Jährige hatte zu Prozessauftakt Ende September gestanden, im vergangenen November seinen 26 Jahre alten Bekannten im unterfränkischen Bad Neustadt/Saale mit Messerstichen getötet zu haben. Die Anklage vermutet als Motiv einen Streit um angebliche Schulden, der Verdächtige selbst sagte dazu bisher nichts.

Die Staatsanwaltschaft wirft einem weiteren Angeklagten ebenfalls Mord vor. Der 21-Jährige soll in die Pläne des 19-Jährigen eingeweiht gewesen sein. Der junge Mann will von einer Tötungsabsicht seines Freundes aber nichts gewusst haben. Der dritte Angeklagte, ebenfalls 21, ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Alle drei Verdächtigen sind deutsche Staatsangehörige.

Update vom 27.09.2022, 7 Uhr: Prozess um getöteten Radfahrer startet - Streit im Drogenmilieu als Auslöser?

Drei Männer müssen sich von Dienstag (27. September) an vor dem Landgericht Schweinfurt wegen des gewaltsamen Todes eines Bekannten verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den zwei Hauptverdächtigen - einem 19-Jährigen und einem 21-Jährigen - Mord vor. Der dritte Mann (21) ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.

Spaziergänger hatten den Toten am 22. November 2021 neben einem Radweg am Rand der unterfränkischen Kleinstadt Bad Neustadt (Landkreis Rhön-Grabfeld) entdeckt. Die Obduktion ergab, dass der 26-Jährige durch einen spitzen Gegenstand tödliche Verletzungen erlitten hatte - laut Staatsanwaltschaft durch ein Küchenmesser. Die Polizei nahm die drei Beschuldigten kurz nach der Tat fest.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 19-Jährige sich über das Opfer geärgert hatte, weil dieses ihn unter anderem an Schulden in Höhe von mehr als 100 Euro erinnert haben soll. Darüber hinaus soll der 26-Jährige von dem Mann verlangt haben, ihm Drogen zu besorgen. Bis zum 27. Oktober sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt.

Update vom 24.09.2022, 8 Uhr: Schulden als Tötungsgrund? Prozessstart um toten Radfahrer steht fest

Etwa zehn Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Radfahrers in Unterfranken beginnt an diesem Dienstag (27. September 2022) der Prozess gegen drei Männer. Die Staatsanwaltschaft wirft den zwei Hauptverdächtigen - einem 19-Jährigem und einem 21-Jährigen - Mord vor. Der dritte Mann (21) ist vor dem Landgericht Schweinfurt wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.

Spaziergänger hatten den Toten am 22. November 2021 neben einem Radweg am Rand der unterfränkischen Kleinstadt Bad Neustadt im Landkreis Rhön-Grabfeld entdeckt. Zahlreiche Ermittler waren damals vor Ort und sicherten Beweise. Auch Hunde waren im Einsatz.

Die Obduktion ergab, dass der 26-Jährige durch einen spitzen Gegenstand tödliche Verletzungen erlitten hatte - laut Staatsanwaltschaft durch ein Küchenmesser. Die Polizei nahm die drei angeklagten Deutschen kurz nach der Tat fest.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 19 Jahre alte mutmaßliche Haupttäter sich über das Opfer geärgert hatte, weil dieses ihn unter anderem an Schulden in Höhe von mehr als 100 Euro erinnert haben soll. Darüber hinaus soll der 26-Jährige von dem Mann verlangt haben, ihm Drogen zu besorgen. Der wegen Beihilfe angeklagte Mann soll seinen mutmaßlichen Komplizen ein Klappmesser für die Tat gegeben haben, mit dem das Opfer bedroht worden sein soll.

Der Prozess findet aus Platzgründen nicht im Justizzentrum in Schweinfurt statt, sondern in der Stadthalle. Bis zum 27. Oktober 2022 sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt.

Update vom 11.04.2022, 12.45 Uhr: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage 

Etwa viereinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Radfahrers in Unterfranken hat die Staatsanwaltschaft Schweinfurt drei Männer angeklagt. Den beiden mutmaßlichen Haupttätern, 18 und 21 Jahre alt, wird Mord vorgeworfen. Ein dritter Verdächtiger ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Der ebenfalls 21-Jährige soll den anderen Männern für die Tat ein Klappmesser gegeben haben, das letztendlich aber nicht verwendet worden sei, teilte die Behörde am Montag mit.

Spaziergänger hatten das Opfer am 22. November 2021 neben einem Radweg am Rand der unterfränkischen Kleinstadt Bad Neustadt entdeckt. Die Obduktion ergab, dass der 26-Jährige durch einen spitzen Gegenstand tödliche Verletzungen erlitten hatte.

Die Ermittler gehen davon aus, dass einer der mutmaßlichen Haupttäter sich über das Opfer geärgert hat. Der 26-Jährige soll den Mann an Schulden in Höhe von 100 Euro erinnert haben. Darüber hinaus soll das Opfer von dem Mann verlangt haben, bei der Beschaffung von Marihuana zum Eigenkonsum zu helfen. Diese Annahme beruht laut Staatsanwaltschaft auf Angaben von Beteiligten und der Auswertung von Mobilfunkdaten.

Die angeklagten Deutschen haben sich den Angaben nach zur Sache geäußert, aber Geständnisse gebe es nicht. Nun muss das Landgericht über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Update vom 09.03.2022, 10.15 Uhr: Mutmaßliches Tatwerkzeug gefunden

Ermittler der Kripo Schweinfurt haben nach Angaben des Polizeipräsidiums Unterfranken unter anderem das mutmaßliche Tatwerkzeug entdeckt, mit dem ein 26-Jähriger im November 2021 in Bad Neustadt an der Saale getötet worden sein soll.

In einer Pressemitteilung vom Mittwoch (9. März 2022) heißt es, dass die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kripo weiterlaufen, um den Ablauf der Tat lückenlos aufzuklären. "Nach Hinweisen eines Zeugen konnten Beamte der Kriminalpolizei Schweinfurt unter Zuhilfenahme von technischem Gerät im weiteren Bereich des Tatorts das mutmaßliche Tatwerkzeug und das bislang verschwundene Mobiltelefon des Opfers auffinden", heißt es weiter.

Mit der Beschlagnahme der aufgefundenen Gegenstände kamen Polizei und Staatsanwaltschaft nun der Abrundung der Ermittlungen in dem Mord an dem 26-Jährigen ein gutes Stück näher.

Update vom 24.11.2021, 10 Uhr: Weitere verdächtige Person festgenommen

Die Kripo nahm einen weiteren jungen Mann fest, dem die Beteiligung an der Tötung vorgeworfen wird. Am Dienstagnachmittag erließ der Ermittlungsrichter drei Haftbefehle, wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilt.

Wie bereits berichtet, nahm die Kriminalpolizei Schweinfurt bereits am Montagnachmittag zwei Tatverdächtige fest, denen die Tötung eines 26-Jährigen vorgeworfen wird. Die Leiche des Mannes wurde erst einige Stunden vor der Festnahme von Spaziergängern auf einem Radweg gefunden.

Unter der Sachanleitung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt ermittelt eine rund 25-köpfige Ermittlungskommission auf Hochtouren, um den genauen Tathergang zu rekonstruieren und die Hintergründe des Verbrechens aufzuklären.

Im Zuge dessen nahmen Kripobeamte zudem einen 20-Jährigen vorläufig fest, dem die Beteiligung an der Tötung des 26-Jährigen durch die beiden 18- und 21-jährigen Männer vorgeworfen wird. Auch der 20-Jährige war bis zu seiner Festnahme in Bad Neustadt wohnhaft und stammte aus dem persönlichen Umfeld des Opfers.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt wurden die drei Beschuldigten am Dienstagnachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Gegen die 18- und 21-jährigen Beschuldigten erließ der Ermittlungsrichter Untersuchungshaftbefehle wegen des gemeinschaftlichen Mordes. Gegen den 20-jährigen Mann wurde ein Untersuchungshaftbefehl wegen Beihilfe zum Totschlag erlassen. Die drei Heranwachsenden wurden Justizvollzugsanstalten überstellt.

Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei laufen derweil unvermindert weiter, um den Ablauf der Tat lückenlos aufzuklären. Zur genauen Motivlage kann noch keine Auskunft getroffen werden. Derzeit liegen allerdings keine Hinweise auf weitere Personen vor, die an der Tötung des 26-Jährigen beteiligt gewesen sein könnten.

Update vom 23.11.2021, 14 Uhr: Polizei verstärkt in Bad Neustadt - Ermittlungen laufen weiter

Im Rahmen der weiteren intensiven Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft wird am Dienstag ein weiteres Mal das Umfeld des Auffindeorts des Getöteten von Einsatzkräften abgesucht. Ziel der Ermittlungen ist eine genaue Rekonstruktion des Tatgeschehens und das Auffinden von Beweismitteln. Im Zuge dessen wird auch die Polizeiinspektion Bad Neustadt verstärkt mit uniformierten Kräften im Stadtgebiet präsent sein und den Bürgerinnen und Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt weist nochmals darauf hin, dass das Tötungsdelikt im sozialen Umfeld des Getöteten stattfand. Anlass zur Besorgnis in der Bevölkerung besteht daher nicht. Die Anwohnerinnen und Anwohner dürfen sich aber an die Einsatzkräfte vor Ort wenden.

Update vom 23.11.2021, 8 Uhr: Leiche auf Radweg gefunden - Tatverdächtige festgenommen

Noch am Montag nahm die Kriminalpolizei Schweinfurt zwei junge Männer vorläufig fest, die dringend tatverdächtig sind, einen 26-Jährigen getötet zu haben. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt werden die beiden Männer am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilt.

Wie bereits berichtet, entdeckten Spaziergänger am frühen Montagmorgen die Leiche eines 26-Jährigen an einem Radweg und verständigten den Notruf. Polizisten stellten an dem leblosen Körper Verletzungen fest, die auf ein Tötungsdelikt hindeuteten. Daraufhin nahm eine rund 25-köpfige Ermittlungskommission der Kriminalpolizei Schweinfurt unter Sachanleitung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt umfangreiche Tatort- und Ermittlungsarbeiten auf.

Nach der Spurensicherung am Auffindeort des 26-Jährigen wurde der Bereich um den mutmaßlichen Tatort mit Polizeihunden und Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei abgesucht. Auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz.

Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt ordnete die Obduktion des Opfers an, die noch am Montag durch die Rechtsmedizin in Würzburg durchgeführt wurde. Der 26-Jährige soll demnach durch spitze Gewalteinwirkung ums Leben gebracht worden sein.

Intensive Ermittlungen im sozialen Umfeld des Getöteten rückten zwei Männer im Alter von 18 und 21 Jahren in den Fokus der Ermittler. Inzwischen ist die Staatsanwaltschaft aufgrund der Ergebnisse der kriminalpolizeilichen Ermittlungen davon überzeugt, dass die beiden Männer, die in Bad Neustadt an der Saale wohnhaft sind, den 26-Jährigen gemeinschaftlich getötet haben. Die Heranwachsenden wurden deshalb noch am Montag vorläufig festgenommen.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt werden die beiden Beschuldigten, die teils geständig sind, am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Kriminalpolizei ermittelt weiterhin zu den Hintergründen der Tat. Das Motiv liegt derzeit noch im Dunkeln.

Vorschaubild: © Daniel Vogl/dpa | Grant Durr/unsplash