Es gibt nur wenige Sträucher, die mitten im Winter blühen. Diese hatten es aber in diesem Jahr in sich. So stand der Winterschneeball schon im Dezember in voller Blüte, die sich bis jetzt fortgesetzt hat. Genau so ist es heuer beim nacktblütigen Jasmin, der sein funkelndes Gelb zeigt. Auch der Zauberhasel hat schon vor zwei Wochen seine Blüten geöffnet. Die bizarren Blütenblätter sehen aus wie ausgerollte Papierschlangen. Der Zauberhasel ist ein Strauch, der den Einzelstand liebt. Da er nur sehr langsam wächst, gehört er in Ruhe gelassen.

Der runzelblättrige Schneeball lässt als immergrüner Strauch im Wintern bei Frost seine Blätter hängen, so dass manche Gartenbesitzer sich Sorgen um ihn machen. Doch im Frühjahr, wenn die Kälte vorbei ist, schaut er dann wieder frisch aus. Stauende Nässe und längere Trockenheit verträgt dieser immergrüne Strauch aber nicht. Auch der Rhododendron schützt seine Blätter bei Kälte, indem er sie einrollt und hängen lässt. Der ursprüngliche Zustand wird bei wärmerem Wetter aber schnell wieder erreicht.

Ab Mitte Januar lässt die Frostbeständigkeit der Pflanzen allmählich nach. Der langsam ansteigende Saftstrom verwässert die Konzentration in den Zellen. Übersteht z. B. eine Apfelknospe im Dezember minus 35°C, stirbt sie gegen Ende März schon bei minus 10°C. Die Frostbeständigkeit beiträgt kurz vor dem Austrieb nicht einmal mehr minus 5°C! Deshalb gibt es die Frostschäden vorwiegend im ausgehenden Winter und im Frühjahr.

Das Alpenveilchen blüht im Winter


Jedem bekannt sind Alpenveilchen, die als Topfpflanze jetzt in den Häusern blühen. Alpenveilchenarten aber, die als ausdauernde Gewächse im Garten blühen sind leider kaum bekannt. So blüht das efeublättrige Alpenveilchen mit dem Namen Cyclamen hederifolium mitten im Winter. Diese Art ist eine ganz heiße Empfehlung. Einmal eine Knollen an einem geschützten Standort im Garten gepflanzt, bilden sie im Laufe der Jahre ganze Teppiche in Blau, in Weiß und in Rosa. Diese Pflanzen vermehren sich durch Selbstaussaat weiter. Eine Knolle kann tellergroß werden und dann bis 200 Blüten hervor bringen. Im Sommer ziehen die herrlich marmorierten Blätter ein und verschwinden ganz. Dann ist es gut, die Fläche mit etwas Erde zu über streuen, da die Knollen das Bestreben haben, sich nach oben zu schieben. Sie sollten aber mindestens 3 cm unter der Erdoberfläche sein. Diese herrlichen Alpenveilchen lieben kalkhaltigen Boden. Alle Arten von Gartenalpenveilchen fühlen sich unter Bäumen und Sträuchern mit einer Laubdecke besonders wohl. Neben den Winterblühern gibt es auch andere Arten von Alpenveilchen, die im Frühling oder im Herbst erstrahlen.

Richtiger Umgang mit Zimmerpflanzen

Azaleen gehören zu den schwierigsten Zimmerpflanzen. Sie brauchen besonders viel Wasser. Azaleen kommen aus Bergregionen und benötigen einen kühlen Standort so wie hohe Luftfeuchtigkeit. Da Azaleen sauren Boden lieben, sollte man sie nicht mit kalkhaltigem Wasser gießen. Im Sommer ist der beste Standort im Schatten von Bäumen und Sträuchern. Ein leichter Rückschnitt im Frühjahr nach der Blüte hält die Pflanzen kompakt. Die Knospenbildung beginnt erst im Herbst.

Es ist nicht gut, wenn Zimmerpflanzen vor allem während der dunklen Jahreszeit gedreht werden. Sie haben die Blätter so ausgerichtet, dass sie das Licht optimal ausnutzen können. Beim Drehen muss sich die Pflanze immer wieder neu orientieren. Dieser Vorgang kostet bei dem ständigen Kampf ums Licht viel Kraft und Energie. Eine Markierung, wie etwa ein Zahnstocher, kann für gute Orientierung sorgen.

Kartoffeln im Dunkeln lagern

Es ist allgemein bekannt, dass Kartoffeln als Nachtschattengewächs das Gift Solanin enthält. Dieser Anteil ist aber sehr variabel. Knollen, die im Dunkeln lagern und dort auch langsam austreiben, verlieren ihren Gehalt an Solanin. Völlig anderes ist es aber, wenn die Kartoffeln Licht ausgesetzt sind. Dabei steigt der Giftgehalt sprunghaft an. Aus diesem Grunde sollten grün gewordene Kartoffeln als Nahrungsmittel nicht verwendet werden. Einzelne Exemplare schaden der menschlichen Gesundheit noch wenig. Sind aber sehr viele Knollen grün gefärbt, muss das als sehr bedenklich angesehen werden.

Um jetzt im Winter Vitamine zu haben, kann man Schnittlauch antreiben. Dieser ist im Garten, durch das milde Wetter bedingt, schon einige Zentimeter gewachsen. Wenn man den Schnittlauch ausgräbt und mit Ballen eintopft, kann am Fensterbrett dann bei circa 18° Celsius frisches Grün angetrieben werden. Ein Warmwasserbad stimuliert dabei besonders das Wachstum.

Auch angekeimte Speisezwiebeln, die man nicht mehr nehmen sollte, können ebenfalls im Winter für frisches Grün sorgen. Dazu werden mehrere Exemplare in eine Schale mit etwas Wasser geben und an ein sonniges Fenster gesetzt. Schnell entwickeln sich grüne Schlotten, die Schnittlauch ersetzen können.

Petersilienwurzeln eignen sich Treiben am Küchenfenster und ergänzen die Ernte aus dem Garten. Die Wurzeln kommen in einen tiefen Topf mit sandiger Erde. Zu lange Wurzeln kürzt man ein. Die Erde wird feucht gehalten, aber nicht gedüngt.

Man sollte noch mehr den Wert unserer heimischen Lebensmittel erkennen. Am besten wäre es, gleich die Küche im Dorf zu lassen. Das war noch vor gar nicht langer Zeit eine Selbstverständlichkeit. Man war fast Selbstversorger und kam fast mit eigenen Produkten gut über den Winter. Hieran gilt es wieder anzuknüpfen. Eigene Gartenprodukte haben einen besonderen und unvergleichlichen Geschmack. Wer daran gewöhnt ist, hat eine totale Abneigung gegenüber anderer der Ware.

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