Eine reich strukturierte Landschaft schafft aber auch Lebensraum für sehr viele andere Lebensformen, die nicht an den Wald gebunden sind. Der Name Kultur kommt nämlich von Kulter, der lateinischen Bezeichnung für das Messer. So sterben die Hecken ohne eine Verjüngung. Die Pflege sollte etwa alle 15 bis 20 Jahre erfolgen.

Leider ist es oft so, dass einer, der seine Hecken pflegt, von "Naturfreunden" beschimpft wird. Hier wäre aber ein dickes Lob angesagt. Die Heckenpflege sollte jetzt im Winter nicht unbedingt in der ganzen Länge geschehen, sondern eher stückweise. Oder man nimmt, wenn es die Zeit erlaubt, laufend die größten Gehölze von der Basis heraus. Aus den Stümpfen treiben dann immer wieder neue Sträucher oder Bäume. Der aufsteigende Saft im Frühjahr sorgt dann für einen neuen Austrieb von der Basis her. Somit hat die Hecke eine "ewige Jugend". Dies macht entsprechend mehr Arbeit, ist aber für die Natur das Beste.

Eine fortlaufende Entnahme von überständigem Holz kommt nicht nur den Wildhecken zugute. Man kann auch einen großen Teil des Holzbedarfs damit decken. So liefern Feldahorn, Hainbuchen, Hartriegel, Schlehen und Weißdorn sehr harte Stämme, die einen hohen Brennwert haben. Im Winter hat das Holz am wenigsten Saft. Deshalb ist es besonders trocken und damit wertvoll.

Weidenholz wächst besonders schnell

Kopfweiden wurden nicht nur zum Korbflechten, sondern auch zur Holzgewinnung angebaut. Das Weidenholz ist ein besonders schnell wachsender Rohstoff. Jetzt beginnt bei den robusten Weiden schon die Zeit zum Schneiden, damit durch den Saft, der aus den Wurzeln bald aufzusteigen beginnt, aus den Köpfen ein reicher Neutrieb gesichert ist. Fehlt dieser Schnitt, so kann der Stamm durch eine zu mächtige Überbauung und die Hebelwirkung der langen Triebe auseinander brechen.

Das beim Schnitt anfallende Reisig wurde früher zum Flechten verwendet. Dickere Triebe ergeben, wenn sie zwei Jahre trocken gelagert sind, ein gutes Brennholz. Es hat den gleichen Heizwert wie entsprechendes Fichtenholz.

Die nordischen Vogelarten, die bei uns Nahrung suchen, treten meist in Trupps auf und sind relativ zutraulich, da sie in ihrer dünn besiedelten nordischen Heimat den Menschen selten sehen und ihn als Feind kaum kennen gelernt haben.

Wenn jetzt hell gefärbte Bussarde zu sehen sind, so handelt es sich um nordische Vögel. Wenn es eine geschlossene Schneedecke gibt, sitzen sie oft in der Nähe der Straße und hoffen darauf, dass Tiere überfahren werden. Diese Bussarde kommen zu uns, weil sie hier eine größere Überlebenschance haben als im hohen Norden. Die einheimischen Bussarde ziehen weiter nach Süden und räumen das Feld für ihre nordischen "Kollegen". Eine solche Umschichtung gibt es bei vielen Vogelarten. Deshalb weiß man nie genau, ob zum Beispiel das Rotkehlchen in unserem Garten, welches wir gerade beobachten, ein Winter- oder ein Stammgast ist.

Silberreiher jetzt in Franken heimisch

Die Silberreiher sind in den letzten Jahren in Franken heimisch geworden. Sie wirken so exotisch, als seien sie aus dem Zoo entsprungen. Das weiße Gefieder leuchtet jetzt in der laublosen Zeit dermaßen, dass man die nordische Reiherart aus großer Entfernung auch vom fahrenden Auto aus sehen kann. Die Renaturierungen an den Flüssen und die teils vorbildlichen Rekultivierungen der Kiesentnahmeflächen haben neue Lebensräume für die ans Wasser gebundenen Vögel geschaffen. Der Silberreiher ist fast so groß wie der bekannte Graureiher. Gerade jetzt im Winter kann man besonders gute Beobachtungen in der Natur machen.

Zu viel Sauberkeit und Ordnung ist meist für die Natur kontraproduktiv. Je mehr Nischen, Fugen und Unterschlupfmöglichkeiten, umso größer ist das ökologische Gleichgewicht. Gerade Orts- und Stadtränder mit ihren Gärten, Streuobstanlagen, Holzstößen, Reisighaufen und Materiallager sind besonders artenreich und stellen eine ideale Verbindung zur Landschaft her.