Kein neues Jahr ist für den Gärtner wie das vergangene. Nicht alle Kulturen gedeihen immer gleich gut. Heuer standen Tomaten, Sellerie und Lauch üppig da. Bei den Kartoffeln machte sich allerdings der Kartoffelkäfer richtig breit. Bohnen, Mangold und Möhren gediehen prächtig. Die Zwetschgenernte fiel aber fast völlig aus.

Die Äpfel hatten zwar gut angesetzt, faulten aber zum großen Teil an den Bäumen oder fielen vorzeitig herunter. Daran war die Bodentrockenheit in den tieferen Schichten schuld. Seit Februar hatte es kaum nennenswerten Niederschlag in der vegationslosen Zeit gegeben, der geschafft hätte, den Boden gut durchfeuchten zu können. Das Defizit macht sich zurzeit immer noch bemerkbar. Gut war es, dass sich die Eisheiligen nur gebietsweise bemerkbar machten.



Noch nicht mit dem Winterschnitt beginnen

Das milde Wetter sollte nicht dazu verleiten, jetzt schon mit dem Winterschnitt an robusten Obstgehölzen anzufangen. Mit diesem ist noch bis zum Spätwinter zu warten. Die Wunden trocknen sonst zu sehr aus. Außerdem kann es zu Frostrissen an den Schnittstellen kommen. Das Schneiden sollte möglichst bei milder Witterung erfolgen. Die beste Zeit ist ab Mitte Februar und der Monat März, bevor die Knospen schwellen.

Es ist noch möglich, Edelreiser zu schneiden, da sich die Natur in absoluter Winterruhe befindet. Diese Arbeit sollte aber nicht bei Minusgraden erfolgen. Die Edelreiser sind kühl und erdfeucht zu lagern. Es werden einjährige, circa bleistiftstarke Triebe genommen. Diese sind zu bündeln und nach Sorten zu etikettieren. Die Edelreiser müssen so gelagert werden, dass sie bis zum Mai frisch bleiben und nicht austrocknen.

Viele schwören darauf, die Reiser in einen Jutesack einzuwickeln und an einer Scheunenwand an der Nordseite frostfrei einzugraben. Eine Sandüberdeckung ist dabei vorteilhaft. Andere wieder lagern Edelreiser in einem kühlen, aber nicht zu muffigen Felsenkeller, in einer Kiste mit feuchtem Sand. Immer ist darauf zu achten, dass die Reiser waagerecht liegen. Durch das Eintauchen der Schnittstelle in Baumwachs ist ein zusätzlicher Schutz vor Austrocknung gegeben. Auch im Kühlschrank ist für die Lagerung von Edelreisern, eingewickelt in Zeitungspapier, in kleinen Mengen möglich.


Schnittblumen nicht an Frosttagen kaufen

Schnittblumen und empfindliche Topfpflanzen sollte man nicht unbedingt an Frosttagen kaufen. Auch wenn sie gut verpackt sind, leiden sie schon nach einigen Minuten im Freien. Im Kofferraum ist es bei normalen Fahrzeugen meistens zu kalt. Deshalb empfehlen die Gärtner, die Pflanzen im Winter vorn im Auto abzustellen.

Mit braunen Blättern signalisieren Usambaraveilchen und Palmen, dass sie sich nicht wohl fühlen. Mit hellen Blatträndern machen sie auf die trockene Luft aufmerksam. Das Einsprühen von Zimmerpflanzen sorgt jetzt im Winter bei der der trockenen Heizungsluft für Wohlbefinden. Man sollte dazu aber immer nur zimmerwarmes und entkalktes Wasser verwenden, um einen Kälteschock und Flecken auf den Blättern zu vermeiden.

Oft reicht schon ein Sprühen neben den Pflanzen, um die Luftfeuchtigkeit in deren Nähe zu erhöhen. Nachts sollten die Blätter aber nicht feucht sein. Nach einiger Zeit können aber auch ganze Blätter braun werden. Dann muss die Pflanze nicht unbedingt trocken stehen. Der Ballen kann auch zu nass sein. Bevor gegossen wird ist zu überprüfen, ob Wasser im Übertopf steht. Im Winter sollte generell sparsamer gegossen werden, da viele Pflanzen dann ihre Ruhepause einlegen.


Plfanzen mit hohem Wasserbedarf nicht auf kalten Untergrund stellen

Gewächse, die wie die Farne einen hohen Wasserbedarf haben, sollten im Winter nicht auf kalten Steinfußboden oder Fensterbänken stehen, da dann die Wurzel leicht faulen. Mit Unterlegen von Kokosmatten oder geschnittenen Styroporplatten unter die Gefäße kann man hier Abhilfe schaffen. Besonders vorsichtiges Gießen ist bei diesen Pflanzen im Winter angesagt.

Bei Hydrokulturen sollte der Wasserstandsanzeiger nur knapp über dem Minimum stehen und die Erde bei den Topfkulturen an der Oberfläche trocken bleiben. Eine besonders schöne Lösung ist ein Hocker, bei dem die Pflanzen über den kalten Boden gehoben werden. So kann auch das Licht des Fensters meistens besser genutzt werden.