Oft wundern sich Hobbygärtner, wenn an ihren Sträuchern oder Bäumen von unten her ganz andere Triebe zu sehen sind. So zum Beispiel, wenn man an einem buntblättrigen Ilex plötzlich grüne Blätter sieht. Es handelt sich dabei um einen "wilden Zweig", der unterhalb der Veredlungsstelle gewachsen ist.

Dieser Trieb entwickelt sich kräftiger, als die kleiner bleibende Zuchtform und wird diese bald überholen. Um den Strauch so zu erhalten, wie man ihn gekauft hat, ist dann ein Eingriff notwendig. Bei vielen sommergrünen holzigen Gewächsen wie Korkenzieherhasel und Mandelbäumchen sieht man die Verwilderung im laublosen Zustand und bei Schneelage besonders deutlich. Hier kann man die kräftiger wachsenden Triebe schon bald herunter schneiden.


Nachbehandlung im Frühjahr notwendig

Eine Nachbehandlung ist dann im Frühling beim Neuaustrieb erforderlich. Die frischen und weichen Triebe kann man dann einfach "entkrauten". Das bremst deren Wachstum. Wenn die Pflanzen noch klein sind, sollten die Wildlinge aus dem Wurzelhals unterhalb der Veredlungsstelle herausgerissen werden. Dies geschieht am besten mit einem Ruck nach unten. Damit wird gleich den Anfängen entgegen gesetzt.

Bei der Gartenarbeit sollte man den Wurzelhals von veredelten Pflanzen wie Rosen nie verletzen, da somit ein Wachstumsanreiz aus schlafenden Augen gegeben wird.